KN: Steffen Weinhold über seine Teamkollegen

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Mittwoch, 28.01.2015 // 09:28 Uhr

Doha. Eine der ersten Amtshandlungen von Dagur Sigurdsson war es, Steffen Weinhold zum stellvertretenden Kapitän zu ernennen. Der Linkshänder in Diensten des Rekordmeisters THW Kiel spielt bislang ein überragendes Turnier und ist längst einer der Anführer in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Für die Kieler Nachrichten stellte der 28-Jährige seine Mannschaft vor. Er tat es mit einem Augenzwinkern.

Skatexperten, Pin-Fans und Lucky Luke

Carsten Lichtlein: Er zieht sich am Spieltag immer in großen Mengen koffeinhaltige Getränke rein. Kein Wunder, dass er auf dem Feld so aufgedreht ist. Sportlich? Lütti ist gerade in einer super Form.

Silvio Heinevetter: Heine bildet mit Lütti ein gleichwertiges Gespann. Ich bin mir sicher, dass er für uns noch ein Spiel gewinnen wird. Er ist der Anführer der Skatrunde mit Hannes (Johannes Sellin, d. Red.) und Peke (Hendrik Pekeler, d.Red.). Außerdem hat er eine Art Tischcurling mitgebracht. Das Spiel steht bei uns im 16. Stock im Flur und ist sehr beliebt.

Andreas Wolff: Er ist auch an freien Tagen zweimal im Kraftraum und versucht offenbar, so viel Muskelmasse aufzubauen, dass er allein damit das Tor ganz ausfüllen kann.

Johannes Sellin: Als Skatspieler hat er noch Luft nach oben, aber er hat den besten Hüftschwung von uns. In der Vorbereitung haben wir in Island in einem Hostel gelebt und jedes Zimmer hatte die Aufgabe, etwas vorzuführen. Meine WG musste zu „All the single ladies“ von Beyoncé tanzen, Hannes konnte das am besten.

Patrick Groetzki: Johnny ist nicht nur bei den Gegenstößen eine Rakete. Mit ihm lässt sich auch wunderbar über Fußball fachsimpeln. Er kennt alle Spielernamen und ist unsere Festplatte.

Matthias Musche: Gegen Saudi-Arabien wurde er zum MVP (wertvollster Spieler, d. Red.) gewählt. Wir hatten auf der Bank alle gewettet, wer das denn werden würde. Ich habe auf Sellin gesetzt, der auch elf Tore gemacht hatte, deshalb war ich ein wenig unglücklich. Auf Matze hatte keiner getippt, aber verdient war diese Auszeichnung allemal.

Uwe Gensheimer: Kapitän und Anführer. Schwächen hat er nur bei den Busfahrten. Wir spielen immer "Wo liegt was?", es geht also beispielsweise darum, eine Stadt dem richtigen Land zuzuordnen. Wenn es um ausländische Namen geht, ist Uwe oft Letzter. Deshalb würde er am liebsten nur mit deutschen Städten spielen, da ist er unschlagbar. Neulich haben wir ihn dabei erwischt, dass er südamerikanische Hauptstädte gebüffelt hat. Er ist also in jeder Hinsicht ehrgeizig.

Erik Schmidt: Unser Langer. Als ich in Großwallstadt gespielt habe, war er als A-Jugendlicher im dortigen Leistungszentrum. Er hat eine unglaubliche Entwicklung gemacht und steht in der Deckung seinen Mann – auch gegen absolute Weltklassespieler.

Hendrik Pekeler: In Island durfte ich ihn in der Skatrunde vertreten, weil er da wegen Knieproblemen noch gefehlt hat. Peke hat sich zur Aufgabe gemacht, an jedem WM-Tag ein Bild in unsere Whatsapp-Gruppe zu stellen, das einen Menschen zeigt, der seiner Meinung nach einem von uns ähnlich ist.

Patrick Wiencek: Bamm-Bamm ist mein Zimmerkollege, wir haben es richtig gemütlich miteinander. In Kiel ist er ja Kaffeewart. Diese Aufgabe gibt es in der Nationalmannschaft zwar nicht, aber er hat sie so verinnerlicht, dass er mich jedes Mal fragt, ob ich noch einen Kaffee möchte. Geht er Einkaufen, fragt er mich immer, ob er mir etwas mitbringen soll.

Jens Schöngarth: Unsere Geheimwaffe bei Frei- und Distanzwürfen. Außerdem bilde ich mit ihm beim Brettspiel Tac ein Team. Derzeit liegen wir gegen Stefan Kneer und Fabian Böhm 4:2 vorne.

Michael Müller: Unser Eisenmann in der Deckung, vor ihm fürchtet sich jeder Gegenspieler. Mich verbindet mit ihm unsere Herkunft. Sind wir unter uns, reden wir Fränkisch.

Martin Strobel: Er spielt ein sehr gutes Turnier und zieht auf der Mitte hervorragend die Fäden. Wir kennen uns schon ewig, haben in den Jugend- und Junioren-Nationalmannschaften schon miteinander gespielt. Ein guter Typ. Er ist wie ich erkältet. Ich hoffe, wir bekommen das rechtzeitig in den Griff.

Michael Kraus: Bei "Wo liegt was?" ist er ein echter Gegner. Wahrscheinlich gibt es kein Land, das Mimi nicht schon bereist hat. Er ist unser Lucky Luke, der, der schneller als sein Schatten wirft. Wie bei Heine bin ich mir sicher, dass er auch noch ein wichtiges Spiel für uns gewinnen wird.

Fabian Böhm: Vor jedem Spiel tauschen wir mit den Gegnern Länderwappen aus. Fabian, der im Gegensatz zu mir offenbar gerne Dinge sammelt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Pins aus den jeweiligen Ländern an meinen Rucksack zu stecken. Inzwischen finde ich das sehr lustig. Außerdem hat er eine eigene Plattform namens Betuk gegründet, die sich Bildungs-, Umwelt- und Entwicklungsprojekten widmet. Deshalb ist es für ihn natürlich gut, dass er bei der WM dafür eine große Bühne findet.

Paul Drux: Der Zimmerkollege von Heine. Wer ihn reden hört und spielen sieht, hält es nicht für möglich, dass er gerade erst 19 Jahre alt ist. Er ist in jeder Hinsicht schon unglaublich weit.

Stefan Kneer: Wir haben drei Jahre beim TV Großwallstadt zusammengespielt, ein guter Freund. Beim Aufwärmen ist er mein Partner. Er hat viele Spitznamen – Kanone, Knexe, John – und ist eine echte Abwehrmaschine. Privat ist er eher ein ruhiger Typ, aber auf dem Feld jagt er den Gegnern mit seinem Aggro-Blick immer große Angst ein. 

Teammanager Roggisch über Weinhold: Schweinis (Weinholds, d. Red.) Leidenschaft ist das Ski-Fahren. Wenn irgendwo Schnee liegt, ist er mit seinen Brettern unterwegs. Deswegen wundert es mich, dass er nach Kiel gegangen ist. Er spielt ein unglaubliches Turnier. Ein absoluter Weltklasse-Spieler, der in den Medien noch nicht so oft auftaucht, weil er kamerascheu ist. Das finde ich charmant – ein absoluter Gewinnertyp.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 26.01.2015)

 

 

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