KN: Unter Sigurdsson wurde das deutsche Team zur Einheit

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Montag, 02.02.2015 // 12:38 Uhr

Doha. Die deutschen Handballer haben die WM auf dem siebten Platz beendet und damit einen großen Schritt Richtung Olympia-Teilnahme 2016 gemacht. Die Kieler Nachrichten bewerten die WM-Leistungen der einzelnen Spieler und des Trainers. 

Dagur Sigurdsson (Trainer): Gute Ausstrahlung, souveränes Auftreten, gutes taktisches Konzept. Der Isländer gab der deutschen Mannschaft neue Sicherheit und behielt auch in kritischen Situationen stets kühlen Kopf. Mannschaft und Trainer – das passt! Note: 1-2

Carsten Lichtlein (Tor): Sorgte in den Partien gegen Argentinien (Vorrunde) und Ägypten (Achtelfinale) für die deutschen Glanzpunkte des Turniers. Danach baute er ab. Note: 2-3

Silvio Heinevetter (Tor): Startete als Nummer eins, konnte aber erst spät überzeugen. In den Platzierungsspielen wurde der Berliner zum erhofften Rückhalt des Teams. Note: 3+

Uwe Gensheimer (Kapitän, Linksaußen): Der "Mann mit dem Gummiarm" spielte ein starkes Turnier, lieferte beständig seine Leistung ab, avancierte mit 54 Treffern zum besten Torschützen des Teams. Der Marathonmann stand sieben Stunden und 27 Minuten auf dem Feld. Note: 2+

Matthias Musche (Linksaußen): Er wurde gegen Saudi-Arabien nachnominiert, spielte frech auf, warf elf Tore und wurde als „Man of the Match“ belohnt. Eine der wenigen Glanzlichter gegen Kroatien. Note: 3+

Paul Drux (Rückraum links): Auf den Schultern des 19-jährigen Team-Youngsters lastete eine große Verantwortung. Drux gab auf der Königsposition jederzeit Vollgas und überzeugte vor allem in der Vorrunde. Am Ende verließen ihn ein wenig die Kräfte. Note: 2-3

Fabian Böhm (Rückraum links): Erst drin, dann draußen, dann wieder drin. Zahlte das Vertrauen des Bundestrainers, der ihn für das letzte Spiel zurückholte, mit einem beherzten Auftritt zurück. Note: 3+

Stefan Kneer (Rückraum links): Stopfte in der Abwehr Lücken und überzeugte auf beiden Halbpositionen. Bei seinen sporadischen Einsätzen im Angriff leistete er sich aber einige technische Fehler. Note: 3+

Martin Strobel (Rückraum mitte): Spielte ein Turnier mit Licht und Schatten. In der Vorrunde überzeugte er mit beherzten Auftritten, starker Spielsteuerung und Torgefahr. Dann baute er kontinuierlich ab. Note: 3+

Michael Kraus (Rückraum mitte): Die deutsche WM-Enttäuschung. Der Weltmeister von 2007 saß meist auf der Bank. Wenn er mal ins Team kam, fiel er mehr durch technische Fehler und Ballverluste auf als durch die erhofften Impulse als Joker. Note: 4-

Steffen Weinhold (Co-Kapitän, Rückraum rechts): Der unumstrittene Chef im Team. Der Kieler hatte mit seinem Tordrang maßgeblichen Anteil an Deutschlands imponierender Vorrunde, biss am Ende trotz Oberschenkelzerrung auf die Zähne und führte seine Mannschaft mit ruhiger Hand auf Platz sieben. Note: 2+

Jens Schöngarth (Rückraum rechts): Der WM-Debütant entlastete Weinhold nach Kräften. Seine Wurfgewalt aus der zweiten Reihe könnte in den kommenden Jahren richtig wertvoll werden. Note: 3+

Michael Müller (Rückraum rechts): Der Mann fürs Grobe spielte vornehmlich in der Abwehr. Vorne konnte er dagegen nicht für die erhoffte Torgefahr sorgen. Note: 3-

Patrick Groetzki (Rechtsaußen): Spielte bis zum Viertelfinale ein starkes Turnier. Dann häuften sich Unkonzentriertheiten im Abschluss. Note: 2-

Johannes Sellin (Rechtsaußen): Durfte wie Musche gegen Saudi-Arabien ran und rechtfertigte seinen Einsatz ebenfalls mit elf Treffern. Gefiel gegen Kroatien und sprang zudem immer wieder als sicherer Siebenmeterschütze ein. Note: 3+

Patrick Wiencek (Kreisläufer): Rackerte wie gewohnt zuverlässig im Mittelblock der deutschen Abwehr und war der besonnene Kopf des Dreigestirns, das sich im Innenblock abwechselte. Die Trefferquote (71 Prozent) des Kielers ließ allerdings zu wünschen übrig. Note: 2-3

Hendrik Pekeler (Kreisläufer): Ob in der offensiven Spitze oder hinten in der Zentrale: Aus der deutschen Deckung ist Pekeler nicht mehr wegzudenken. Vorne verschaffte er Wiencek Verschnaufpausen. Note: 2-3

Erik Schmidt (Kreisläufer): Wurde bei seinem ersten großen Turnier gleich voll eingebunden. Entlastete Wiencek und Pekeler immer wieder in der Abwehr. Note: 3

(Aus den Kieler Nachrichten vom 02.02.2015, Foto: Sascha Klahn)

 

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