KN: Weinhold sorgt gegen Island für Druck

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Montag, 05.01.2015 // 09:13 Uhr

Reykjavik. Die deutschen Handballer haben einen perfekten Start ins neue Jahr hingelegt. Elf Tage vor Beginn der WM in Katar gewann die DHB-Auswahl gestern in Reykjavik gegen Island mit 31:24 (11:11). Bei dem Prestigeerfolg warf Steffen Weinhold vom THW Kiel sechs Tore für das erstaunlich souveräne deutsche Team.

Überraschend deutlicher Test-Erfolg

Bereits heute (20.30 Uhr) spielt die deutsche Mannschaft an selber Stelle erneut gegen Island. „Wir hatten einen schwierigen Start, konnten das Spiel aber mit einem guten Lauf drehen. Ein paar Sachen müssen wir besser machen“, befand Bundestrainer Dagur Sigurdsson. „Jetzt müssen wir das bestätigen.“ Und Rechtsaußen Patrick Groetzki ergänzte: „In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Fehlerquote gegen Null gesenkt und waren auch im Angriff sehr effizient. Das gibt uns ein gutes Gefühl.“

Das Team um Kapitän Uwe Gensheimer ließ sich auch von personellen Handicaps nicht vom Erfolgskurs abbringen. Immerhin fehlten die linken Rückraumspieler Finn Lemke wegen Handbruchs und Sven-Sören Christophersen wegen einer Fingerfraktur, beide fallen auch für die WM aus. Ebenfalls nicht dabei waren in Reykjavik die Rückraumakteure Tim Kneule und Michael Kraus sowie die Kreisläufer Jacob Heinl und Hendrik Pekeler, die allesamt angeschlagen sind. Dafür holte der Bundestrainer die unerfahrenen Fabian Böhm und Simon Ernst ins Team.

„Wir beschweren uns nicht über die Verletzungen, aber im Team ist schon eine gewisse Rotation. Und deshalb ist es wichtig, dass wir uns in der Kleingruppe einspielen“, sagte Gensheimer. In Matthias Musche und Jens Schöngarth standen neben Böhm und Ernst zwei weitere Neulinge im A-Team. Zunächst aber erwischte die deutsche Mannschaft im Duell der WM-Nachrücker — Island hatte ebenso wie die DHB-Auswahl eine Wildcard vom Weltverband IHF bekommen — einen Fehlstart. Nach dem 1:5 (7.) nahm Bundestrainer Dagur Sigurdsson seine erste Auszeit, um seine Spieler zu mehr Konzentration zu ermahnen.

Erst nach dem 3:7 (14.) kam das DHB-Team besser ins Spiel, weil sie den bis dahin vierfachen Torschützen Alexander Petersson in den Griff bekamen. Im Tor steigerte sich Silvio Heinevetter und war seinem isländischen Gegenüber Björgvin Gustavsson ebenbürtig. Zudem drehte Steffen Weinhold im rechten Rückraum mächtig auf, glänzte als Torschütze und war ein ständiger Unruheherd. So holte der WM-Fünfte Tor um Tor auf, führte beim 11:10 kurz vor der Pausensirene erstmals. Nach dem Wiederanpfiff sorgte Spielmacher Strobel beim 13:11 (34.) für die erste Zwei-Tore-Führung. Mit einem Zwischenspurt von 17:16 (42.) auf 23:17 (48.) sorgten die Gäste zeitig für die Vorentscheidung.

(aus den Kieler Nachrichten vom 05.01.2014)

Statistik: Testspiel: Island - Deutschland 24:31 (11:11), 04.01.14

Island: Gustavsson, Edvardsson; Svavarsson 2, Kristjanson 3, Karason 1, Hallgrimsson, Atlason, Sigurdsson 4/2, Gudjonsson 4, Arnor Gunnarsson, Petersson 7, Jakobsson, Robert Gunnarsson, Sveinsson 3, Sigurmannsson, Bjarki Gunnarsson, Jonsson

Deutschland: Lichtlein (VfL Gummersbach), Heinevetter (Füchse Berlin), Wolf (HSG Wetzlar); Kneer (Rhein-Neckar Löwen) 2, Gensheimer (RN Löwen) 4/2, Wiencek (THW Kiel) 3, Groetzki (RN Löwen) 5, Weinhold (THW Kiel) 6, Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) 3, Schmidt (TSG Friesenheim) 1, Schöngarth (TuS NLübbecke) 4, Böhm (HBW Balingen-W.) 1, Michael Müller (MT Melsungen), Drux (Füchse Berlin) 2, Musche (SC Magdeburg), Ernst (VfL Gummersbach), Sellin (MT Melsungen)


Schiedsrichter: Hansen/Pettersen (Norwegen)

Strafminuten: 6 / 8

Zuschauer: 2000 in Reykjavik

 

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