Nikola Bilyk wechselt spätestens 2017 zum THW Kiel

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Montag, 23.02.2015 // 11:30 Uhr

Der THW Kiel hat sich die Dienste eines der größten Handball-Talente gesichert: Der 18-jährige österreichische Nationalspieler Nikola Bilyk wird spätestens im Sommer 2017 von HC Fivers Margareten zum deutschen Rekordmeister wechseln. Der Rechtshänder unterschrieb an der Förde einen Dreijahres-Vertrag. 

Bilyk: "Große Ehre"

"Es ist eine große Ehre, dass ich bald für einen der besten Vereine der Welt spielen darf", sagt Nikola Bilyk. "Jetzt mache ich aber erst einmal das Abitur und werde bis zu meinem Wechsel alles dafür geben, um meine Ziele mit den Fivers zu erreichen. Sie haben mich ausgebildet, und ich möchte mit ihnen noch viele Erfolge feiern."

Gislason: "Größtes Rückraumtalent im Welthandball"

"Nikola ist momentan das größte Rückraum-Talent im Welthandball", erklärt THW-Trainer Alfred Gislason, „"ch beobachte ihn schon seit zwei Jahren, und ich freue mich, dass er bei uns den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen möchte." THW-Geschäftsführer Thorsten Storm: "Nikola war von vielen großen Clubs seit längerer Zeit heiß umworben. Seine Entscheidung, zu uns nach Kiel zu wechseln, zeigt, dass Nikola von unserem Konzept und unseren Vorstellungen über seine weitere Entwicklung überzeugt ist." 

Drei Auszeichnungen in einem Turnier

Der 1,98 Meter große Nikola Bilyk wurde am 28. November 1996 in Tunesien geboren, wo sein Vater, Fivers-Torwart Sergiy, damals Handball spielte. Seine Profikarriere begann Nikola Bilyk bereits als 15-Jähriger in Wien beim HC Fivers Margareten. Nach seiner ersten Saison wurde er als "Newcomer des Jahres" ausgezeichnet. Bei der Junioren-Europameisterschaft 2014 wurde Bilyk Torschützenkönig sowie als bester Mittelmann und als "wertvollster Spieler" ausgezeichnet. Am 4. März 2014 debütierte Nikola Bilyk im Alter von nur 17 Jahren im österreichischen A-Nationalteam. Bei der Weltmeisterschaft in Katar war Bilyk als jüngster Spieler der Weltmeisterschaft im linken Rückraum der ÖHB-Auswahl gesetzt.

KN: THW angelt sich das Top-Talent

Kiel. Der deutsche Handballmeister THW Kiel punktet aktuell auf allen Ebenen: Die Vorrunde der Champions League hat er als souveräner Gruppensieger abgeschlossen, in der Bundesliga steht er an der Tabellenspitze. Jetzt sicherte er sich auch die Dienste eines der begehrtesten Handball-Talente. Spätestens 2017 wird der österreichische Nationalspieler Nikola Bilyk das Trikot der Zebras überstreifen. Der 18-jährige Rückraum-Spieler von Fivers Magareten aus dem 5. Wiener Gemeindebezirk war europaweit umworben worden – auch von Champions-League-Rekordsieger Barcelona.

Bei den Fähigkeiten des Jungprofis kommen THW-Trainer Alfred Gislason und Manager Thorsten Storm geradezu ins Schwärmen. "Ich habe vor ein paar Jahren den Tipp bekommen, dass da einer ist, der alles mitbringt. Ich habe ihn dann per Video beobachtet. Und genauso ist es. Er hat mit 1,98 m Größe den richtigen Körper, kann auf Halblinks und Rückraum Mitte spielen und auch in der Abwehr. Er bewegt sich sehr gut für sein Alter, passt zu uns, und ich wollte ihn unbedingt haben", sagt Gislason.

Storm bläst ins gleiche Horn: "Alfred und ich stimmen in Ausrichtung und Konzept hervorragend überein, wollen die gleichen Spieler haben. Vorher habe ich das für die Löwen gemacht, jetzt ziehen wir an einem Strang. Und Bilyk habe ich auch schon über mehrere Jahre beobachtet, hatte über mein Netzwerk Kontakt zu ihm. Er hat das Talent, es in diese Mannschaft zu schaffen. Seine athletischen Voraussetzungen sind perfekt, er hat lange Arme und damit einen guten Wurfhebel. Dazu ist er schnell auf den Beinen, sehr beweglich und klar im Kopf." In mehreren Gesprächen hat Storm den in Tunesien geborenen Torschützenkönig der Junioren-EM 2014, der im Januar bei der WM in Katar als Halblinker mit der österreichischen Nationalmannschaft bis ins Achtelfinal kam, überzeugen können, in zwei Jahren nach Kiel zu wechseln. "Er war hier, ich war da. Ich denke dabei sind wir glaubwürdig rübergekommen. Und die Bundesliga ist eben eine andere Hausnummer, als nach Spanien zu gehen", so Storm.

Beim Heimatverein von Nikola Bilyk, für den auch Vater Sergiy Bilyk als Torwart spielt, begleitet man die Entwicklung des Schützlings und die Verpflichtung durch den THW mit viel Wohlwollen. "Wir spielen mit je einer Mannschaft in den beiden höchsten Ligen Österreichs, verstehen uns aber als Ausbildungsmannschaft. Unsere Spieler rekrutieren wir fast ausschließlich aus unserem eigenen Nachwuchs - mit dem Ziel, sie an höhere Aufgaben heranzuführen. Dazu kooperieren wir mit einer Schule, auf der die Spieler in fünf statt in vier Oberstufen-Jahren zum Abitur geführt werden, damit sie viel trainieren können. Und Nikola steht wie kaum ein anderer für unsere Philisophie. Daher freuen wir uns für ihn", sagt Fivers-Manager Thomas Menzl. Die Zeit bis 2017 setze man in Wien noch voll auf Bilyk. "Wir sind froh über jede Minute, die er für uns spielt, denn ein Spieler seiner Klasse ist schwer zu bekommen. Aber nach Kiel wechseln zu können, ist eine große Sache. Das ist eine Adresse, zu der jeder Spieler in Österreich gern will."

Der Umworbene selbst, der bereits mit 15 Jahren ins Profilager bei den Fivers wechselte, gibt sich zurückhaltend: "Es ist eine große Ehre, dass ich bald für einen der besten Vereine der Welt spielen darf. Jetzt mache ich erst einmal das Abitur und werde bis zu meinem Wechsel alles für die Fivers geben", so Bilyk. Den Ausschlag für die Entscheidung hat die hohe Herausforderung Bundesliga gegeben. "Es war schon immer ein Traum von mir, dort spielen zu können. Ich denke, hier kann ich mich sportlich weiterentwickeln. Mein großes Ziel ist es, mit dem THW Titel zu gewinnen – nach Möglichkeit die Champions League." Im Oktober war Bilyk in der Sparkassen-Arena, als der THW mit 29:21 gegen Friesenheim gewann: "Es war toll zu sehen, wie die Zuschauer schon lange vor dem Anpfiff in die Halle kamen. Das hat mir gefallen. Ein super Gefühl, echt geil!"

Die Möglichkeit, Bilyk auch früher als 2017 nach Kiel zu holen, sei gegeben, so Thorsten Storm: "Eine Ablöse ist dann nicht fällig, aber die Ausbildungsvergütung würde etwas höher ausfallen. Auf jeden Fall bin ich stolz, dass diese Verpflichtung geklappt hat", so der THW-Manager.

(Von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 24.02.2015)

 

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