Starker Weinhold: Deutschland holt in Kiel den Supercup

Weitere
Sonntag, 08.11.2015 // 17:52 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der 19. und wahrscheinlich letzten Auflage des Supercups ihren Titel aus dem Jahr 2013 erfolgreich verteidigt: Vor 4511 begeisterten Zuschauern in der Kieler Sparkassen-Arena gewann die DHB-Auswahl das Finale gegen die bis dato ebenfalls zweimal siegreichen Slowenen mit 31:28 (17:11). Ein Kieler drückte der Partie seinen Stempel auf: Steffen Weinhold erzielte insgesamt fünf Treffer, darunter in einer spannenden Schlussphase das vorentscheidende Tor zum 29:26 (57.).

Jubel-Orkan bei der Vorstellung

Schon vor dem Anpfiff des Deutschland-Spiels hatte Kiel die interne Wertung der drei Standorte gewonnen: 4511 Zuschauer hatten bereits beim ersten Spiel des Tages, dem 32:29-Erfolg von Brasilien gegen Serbien, die THW-Spieler begeistert begrüßt: Marko Vujin erzielte 3/2 Tore, Rogerio Ferreira machte für Brasilien ebenfalls drei Tore. Ein erster Stimmungs-Höhepunkt war erreicht - es sollte ein Gänsehaut-Moment folgen: Bei der Begrüßung der DHB-Auswahl wurden Steffen Weinhold, der sein erstes DHB-"Heimspiel" als "Zebra" bestritt, und Torhüter Andreas Wolff, ab 2017 ein Kieler, begeistert empfangen. Ein Jubel-Orkan fegte durch die altehrwürdige Arena, als mit THW-Youngster Rune Dahmke der erste gebürtige Kieler seit 26 Jahren im Nationaltrikot der deutschen Mannschaft vorgestellt wurde. 

Dahmke kommt spät

Die DHB-Auswahl feiert den Supercup-Sieg.

Während Wolff und Weinhold von Beginn an spielten, musste Dahmke bis zur 59. Minute warten: Erst nach 58:05 Minuten schickte ihn Bundestrainer Dagur Sigurdsson aufs Feld, was mit stehenden Ovationen und "Rune, Rune"-Sprechchören gefeiert wurde. Zum Torerfolg reichte es aber nicht mehr, auch wenn Steffen Weinhold in der Schlusssekunde mit einem Pass auf Dahmke den Weg dazu ebnen wollte. "Ich habe alles versucht, aber es hat nicht mehr gereicht", sagte Weinhold mit einem Schmunzeln. Für Rune Dahmke war dies trotzdem ein ganz besonderer Moment: "Ich habe in den vergangenen Tagen mehr gespielt, als ich erwartet und gehofft hatte. Heute in die Sparkassen-Arena mit dem Adler auf der Brust einlaufen zu dürfen, war großartig!"

Supercup, 08.11.15: Deutschland – Slowenien: 31:28 (17:11)

Deutschland: Lichtlein, Wolff; Kneer, Gensheimer (3/2), Lemke (1), Reichmann (3), Wiede, Weinhold (5), Strobel, Schmidt (2), Fäth (6), Groetzki (4), Müller, Dahmke, Späth, Ernst, Pieczkowski, Kohlbacher (7)

Slowenien: Skok, Lesjak, Ferlin; Cingesar, Marguc (7/4), Cehte (5), Dolenec (3), Poteko, Miklavcic (1), Miha Zvizej (2), Luka Zvizej (1), Gaber, Zorman (5/3), Sostaric (1), Bezjak (1), Stas Skube, Mavkovsek (2)

Schiedsrichter: Horacek/Novotny (Tschechien)

Zeitstrafen: 4:12 Minuten (Strobel, Schmidt – Poteko/4, Miklavcic, M. Zvizej, L. Zvizej)

Siebenmeter: 3/2:8/7 (Gensheimer scheitert an Skok – Dolenec an den Pfosten)

Spielfilm: 5:3 (7.), 7:6 (12.), 10:6 (16.), 15:8 (24.), 17:11;
18:14 (37.), 20:16 (41.), 23:20 (45.) 25:23 (50.), 28:26 (56.), 31:28.

Zuschauer: 4511 (Sparkassen-Arena, Kiel)

Weinhold zur Entscheidung

Strahlende Kieler Supercup-Sieger: Steffen Weinhold und Rune Dahmke.

Von der Bank aus sah Dahmke eine DHB-Auswahl, die nahtlos an ihre starke Leistung gegen Serbien anzuknüpfen schien. Andreas Wolff ("Ich habe die tolle Stimmung in Kiel genossen") parierte stark, und Steffen Weinhold traf und traf. Über Weinholds 6:4 setzte sich die deutsche Mannschaft bis auf 15:8 (24.) ab und kassierte für sehenswerten Handball häufig Szenenapplaus. Sloweniens Trainer Veselin Vujovic reagierte mit zwei Auszeiten in fünf Minuten - allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Mit einer 16:11-Führung für die DHB-Auswahl wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause wurden die Slowenen, bei der EM in Polen Vorrundengegner der deutschen Mannschaft, stärker: Selbst in doppelter Überzahl schaffte es die Sigurdsson-Sieben nicht, sich entscheidend abzusetzen. Beim 25:23 zehn Minuten vor dem Ende war die Partie wieder offen - dann kam Steffen Weinhold: In seiner unnachahmlichen Art erzielte er das 26:23, holte eine Zeitstrafe gegen die Gäste heraus und netzte nach einem tollen Solo zum 29:26 (57.) ein - die Entscheidung. 

Rückenwind auf dem Weg zur EM

Der Erfolg im Supercup gibt der deutschen Mannschaft, die zahlreiche Youngster an die Mannschaft herangeführt hat, Rückenwind auf dem Weg zur Europameisterschaft in Polen. "Wir haben gute Ansätze gezeigt", sagte Steffen Weinhold. "Aber wir wissen, dass noch viel Arbeit auf uns zukommt. Heute haben wir uns noch zu viele einfache Tore eingefangen. Wir müssen noch an der Abstimmung arbeiten." Bundestrainer Dagur Sigurdsson war "insgesamt zufrieden" mit dem Auftreten seines Teams: "Gegen Slowenien war das schwerste der drei Spiele. Die Mannschaft hat die Konzentration hochgehalten und die richtige Einstellung gezeigt – an allen drei Tagen."

 

Mehr zum Thema

Ein ganzer Block extra für Studentinnen und Studenten: Für alle Heimspiele der Zebras im Europapokal stellt die Förde Sparkasse jeweils 80 Tickets kostenlos zur Verfügung. Handballbegeisterte Studierende können sich mit ihrem Studentenausweis die Tickets im Vorfeld der Spiele in der "Studiale" abholen - solange der Vorrat reicht. 

12.11.2018

Kiel. Die Saison ist in vollem Gange, den THW Kiel erwartet ein heißer Jahres-Endspurt mit wichtigen Spielen in Handball-Bundesliga, DHB-Pokal und EHF-Cup-Qualifikation und in der Liga beginnt sich allmählich das Wechselkarussell zu drehen. Auch die Zebras feilen an ihrer personellen Zukunft - in einer neuen Konstellation.

08.11.2018

Nikola Bilyk, Rückraumspieler des THW Kiel, hat sich beim 37:29-Auswärtssieg in Minden am Kapsel-Band-Apparat des rechten Sprunggelenks verletzt. Dabei wurde auch das Außenband in Mitleidenschaft gezogen. Dies wurde nach einer MRT-Untersuchung am Montag im „Mare Klinikum“ durch die medizinische Abteilung des Rekordmeisters diagnostiziert.

05.11.2018

Der Aufsichtsrat, die Gesellschafter und die gesamte THW-Familie trauern um Egon Beeck. Der langjährige Kommanditist der THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG verstarb am 28.10.2018 im Alter von 81 Jahren.

03.11.2018

Graz. Alle Zebras kehrten mit der maximalen Ausbeute von vier Punkten von den ersten beiden Spieltagen der Qualifikation zur Handball-Europameisterschaft 2020 zurück.

30.10.2018

Pristina. Die letzte Pflichtaufgabe ist erledigt, jetzt kann die Heim-Weltmeisterschaft kommen: Die deutschen Handballer haben ihr EM-Qualifikationsspiel beim krassen Außenseiter Kosovo am Sonntag klar mit 30:14 (15:5) gewonnen und biegen nun auf die Zielgerade zur WM-Eröffnung am 10. Januar in Berlin ein. Kapitän Uwe Gensheimer und Franz Semper waren vor rund 2300 Zuschauern in Pristina mit...

29.10.2018

Wetzlar. Elf Wochen vor Beginn der Heim-WM nutzen die deutschen Handballer die Pflichtaufgaben in der EM-Qualifikation zum Testen unter Wettkampfbedingungen. Nach dem Schützenfest gegen Israel (siehe siehe Spielbericht) sollen die Abläufe morgen (19.30 Uhr/Sportdeutschland.TV) im Kosovo weiter verfeinert werden.

27.10.2018

Wetzlar. Lange nach Spielende machte Franz Semper am Mittwochabend in der Rittal Arena in Wetzlar Fotos mit Freunden und Familie, die allesamt Semper-Masken vor dem Gesicht trugen. Frech hatte sich der 21-Jährige vom SC DHfK Leipzig beim 37:21 der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB, siehe Spielbericht) gegen Handball-Zwerg Israel ins Bewusstsein der Fans gespielt. Bei der...

26.10.2018