ZEBRA: Leidenschaft pur - Marko Vujin!

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Dienstag, 27.10.2015 // 16:00 Uhr

Marko Vujin lebt für seinen Sport. Nicht nur auf dem Spielfeld gibt er alles für seinen THW Kiel, auch in seiner Freizeit widmet er sich ausgiebig seiner großen Passion: dem Handball.

"Abwehr macht Spaß!"

Als Marko Vujin vor drei Jahren vom ungarischen Spitzenverein MKB Veszprem in Kiel ankam, traf er auf viel Neues. Nicht nur die Sprache und die Umgebung waren für ihn unbekannt, er bekam auch eine neue Aufgabe: Das Spielen in der Abwehr. Damals sagte er: "Das ist eine neue Aufgabe. Und vielleicht bin ich in ein, zwei Jahren neuer Abwehrchef." Der Chef des Kieler Bollwerks ist der Serbe zwar nicht geworden, doch fühlt er sich in der Abwehr deutlich sicherer als noch zu seiner Anfangszeit vor drei Jahren - und das weiß auch sein Trainer Gislason, wie Vujin bemerkt hat: "Ich spiele mehr in der Abwehr als früher und Alfred hat Vertrauen in mich. Als ich hier 2012 ankam, war das Erste, das er zu mir sagte, dass es keinen Spieler auf der Welt gibt, der in der Abwehr keine Fehler macht. Und ich merke, dass mir das Spielen in der Abwehr Spaß bringt."

Traum ist wahr geworden

Marko Vujin ist ein Schwarz-Weißer - durch und durch!

Spaß hat der 2,01 Meter große Vujin auch bei seiner täglichen Arbeit unter Trainer Alfred Gislason, der ein entscheidender Faktor war, warum der Linkshänder 2012 seine Zelte in Kiel aufschlug und seinen Vertrag Anfang des Jahres vorzeitig bis 2019 verlängerte. "Der THW Kiel ist einer der besten Vereine der Welt. Ich bin stolz, noch länger in dieser Mannschaft spielen zu können. Als ich damals in Veszprem gespielt habe, hatte ich neben dem Angebot aus Kiel noch weitere Offerten. Ich habe sechs Jahre lang in Veszprem gespielt und  dort 13 Titel gewonnen. Aber es war immer mein Traum, einmal für den THW zu spielen. Ich habe hier jetzt schon drei Meisterschaften und drei Mal den Super Cup gewonnen, war Pokalsieger, stand schon im Finale der Champions League und bin Torschützenkönig geworden." 

In Kiel wird viel über Handball gesprochen

In einem Topverein wie dem THW Kiel zu spielen und immer an Titeln gemessen zu werden,  bedeutet natürlich auch, viel Druck von außen zu bekommen. Doch zerbrechen tut Marko Vujin daran nicht, ganz im Gegenteil. "Natürlich ist es schwer, in so einem Verein wie dem THW Kiel zu spielen. Aber es macht Spaß und wir wollen hier alle gemeinsam eine gute Zeit haben. Es herrscht zwar Druck, aber den sehe ich eher positiv. In dieser Stadt wird viel über Handball gesprochen. Ich rede mit meinem Nachbarn darüber. Und auch, wenn ich in die Stadt gehe, werde ich auf Handball angesprochen. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und könnte mir nicht mehr vorstellen, bei einem kleinen Verein zu spielen, bei dem es diesen Druck nicht gibt."

Vujin hat Handball im Blut

In Kiel wird Handball gelebt und auch Marko Vujin hat Handball im Blut - und das vom Anfang seiner Karriere an, die er als Junge bei seinem Heimatverein, dem RK Sintelon begann. "Ich musste nie von meinen Eltern dazu gezwungen werden, regelmäßig zum Training zu gehen. Die Motivation, immer besser zu werden, kam bei mir ganz von selbst. Ich liebe diesen Sport und wollte immer freiwillig mehr. Druck von den Eltern bringt auch eh nichts, wenn man es nicht von selbst möchte." Und so kam der 1984 im nordserbischen Backa Palanka geborene Vujin mit gerade einmal 18 Jahren zum  ungarischen Club Dunaferr SE, wo er mit 23 Jahren Torschützenkönig der ungarischen Liga wurde. 

"Schritt für Schritt erfolgreicher geworden"

Dieser Artikel erschien im Hallenmagazin "ZEBRA" am 30. September.

Daraufhin wechselte er zum Serienmeister MKB Veszprem an den Plattensee und fand Geschmack am Titelgewinnen. Nach einigen erfolgreichen Jahren zog es ihn anschließend in die deutsche Bundesliga, genauer gesagt zum Rekordmeister aus Schleswig-Holstein - eine konsequente Entwicklung. "Ich bin in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt erfolgreicher beim Handball geworden. Ich bin mit dem THW Kiel jetzt an einem Punkt, an dem ich immer schon sein wollte." Die Liebe zu seinem Beruf macht auch vor Vujins spärlicher freier Zeit nicht Halt. "Ich bin in Kiel wegen des Handballs, das ist mein Beruf. Für mich ist es deshalb ganz natürlich, dass ich mich auch außerhalb des Trainings und unserer Spiele mit dem Sport beschäftige. Ich schaue mir viele Spiele  im Fernsehen an, oft ist 'Dule' mit dabei, und ich beschäftige mich gerne mit den Statistiken. Natürlich mache ich auch andere Sachen, aber  Handball ist für mich sehr wichtig." Mit dieser Einstellung passt  Marko Vujin perfekt ins handballverrückte Kiel. "Ich habe hier ein gutes Gefühl, und ich bin glücklich, sportlich wie privat" - und das soll mindestens noch bis 2019 so weitergehen.

(Aus dem Hallenmagazin "ZEBRA" zum Heimspiel gegen den Bergischen HC)

Marko Vujin über ...

Serbien
Das ist ist meine Heimat! Serbien ist ein wirklich schönes Land mit schönem Wetter und sehr netten Menschen, die viel Spaß am Leben haben. Serbien ist im Vergleich zu anderen Ländern nicht allzu groß, aber trotzdem gibt es bei uns für Touristen jede Menge Schönes zu sehen.

Familie
Meine Familie ist mir das Wichtigste. Der größte Teil meiner Familie ist ja leider weit weg in Serbien, nur meine Frau lebt zusammen mit mir hier in Kiel. In der Sommerpause habe ich aber zum Glück viel Zeit mit meinen Schwestern verbringen können. Ich bekomme von meiner Familie viel positive Energie, die ich dann auch beim Spielen umsetzen kann.

Kochen
Vom Kochen habe ich überhaupt keine Ahnung, das macht bei mir zu Hause alles meine Frau. Ein einfaches Frühstück bekomme ich aber auch problemlos alleine hin...

Kaffee
In den Ländern auf dem Balkan herrscht eine ganz andere Kaffeekultur als zum Beispiel hier in Deutschland – wir trinken sehr viel Kaffee. Ich treffe mich häufig mit meinem Teamkollegen Domagoj Duvnjak, der aus Kroatien kommt, zum gemeinsamen Kaffee-Trinken. Wir trinken den Kaffee allerdings nie alleine zu Hause, sondern verabreden uns in verschiedenen Restaurants und Cafés und reden über das Leben und andere wichtige Dinge, die uns gerade beschäftigen.

Laufen
Die ersten zwei Wochen der Vorbereitung und das damit verbundene Lauftraining fallen mir leider nie besonders leicht. Die lange und anstrengende Vorbereitungszeit ist zwar immer schwer, aber sie ist sehr wichtig. Denn nur so hat man auch zum Ende der Saison noch Kraftreserven, die man nutzen kann.

 

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