Deutschland unterliegt im letzten Testspiel gegen Island

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Sonntag, 10.01.2016 // 17:04 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat ihr letztes Testspiel vor der Europameisterschaft in Polen verloren: Einen Tag nach dem 26:25-Sieg gegen Island unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gegen dasselbe Team mit 24:27 (12:15). Beste Torschützen der DHB-Auswahl zwei Kieler: Rune Dahmke und Kapitän Steffen Weinhold trafen je fünf Mal. Christian Dissinger, gegen Tunesien und gestern jeweils acht Mal erfolgreich, wurde weitestgehend geschont und traf ein Mal. Mehr als 10.000 Zuschauer in der ausverkauften Tui-Arena in Hannover verabschiedeten das deutsche Team mit langem, unterstützendem Applaus in Richtung EM.

12:15 zur Pause

Im Gegensatz zum Sieg am Tag zuvor tat sich die deutsche Offensive schwer gegen die Isländer. Nach Rune Dahmkes 8:9 (18.) keimte Hoffnung unter den zuvor begeisterten Fans in Hannover auf. Doch nach einer Reihe von Fehlwürfen und technischen Fehlern verspielte die DHB-Auswahl innerhalb von drei Minuten und einem 0:4-Lauf eine bessere Ausgangsposition. Fabien Wiede und Steffen Weinhold sorgten kurz vor dem Wechsel mit einem Doppelschlag immerhin noch dafür, dass die deutsche Mannschaft mit dem 12:15 noch in Reichweite der Gäste war.

Dahmke: "Ich bin gut davor"

Doch schon kurz nach dem Wechsel stellte der erneut überragende Aron Palmarsson mit zwei seiner insgesamt sieben Tore den alten Abstand wieder her. Noch einmal führte Weinhold seine Farben heran: Der deutsche Kapitän verkürzte auf 17:21 und 18:21 (45.), doch die Partie kippte nicht: Alexander Petersson, Palmarsson und der starke Gustavsson im Tor ließen ein weiteres Herankommen der deutschen Mannschaft nicht zu. Der Vorsprung der Isländer pendelte sich bei fünf Treffern ein, erst in der Schlussminute konnten Kai Häffner und Simon Ernst noch einmal verkürzen und den Endstand etwas versöhnlicher gestalten. "Wir waren heute vor allem in der zweiten Habzeit zu statisch im Angriff", analysierte Rune Dahmke nach dem Schlusspfiff. "Und unsere Chancenverwertung war einfach zu schlecht." Persönlich lief die Partie für den Kieler Youngster gut: "Ich bin nach meiner Verletzung gut davor und kann in Polen 100 Prozent geben."

Testspiel, 10.01.15: Deutschland - Island: 24:27 (12:15)

Deutschland: Lichtlein, Wolff; Sellin (1/1), Lemke, Reichmann, Wiede (3), Pekeler, Weinhold (5), Strobel (3), Schmidt, Fäth (2), Häfner (2), Dahmke (5), Ernst (1), Dissinger (1), Kohlbacher (1)

Island: Gustavsson, Edvardsson; Svarasson (3), Kristjansson (3), Palmarsson (7), Karason (3), Hallgrimsson (2), Atlason (2), Sigurdsson (2/1), Gudjonsson, Gudmundsson (2), Amor Thor Gunnarsson (1), Petersson (2), Robert Gunnarsson (2), Sigurmansson, Konradsson, Bjarki Mar Gunnarsson, Helgason

Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark)

Siebenmeter: Deutschland: 2/1 (Sellin vergibt) / Island: 1/1

Zeitstrafen: Deutschland: 1 (Lemke) / Island: 3 (Petersson, Helgason, Sigurmansson)

Spielfilm: 2:3 (5.), 5:6 (11.), 5:9 (15.), 8:9 (18.), 8:13 (21.), 10:15 (27.), 12:15;
15:20 (40.), 18:22 (45.), 20:24 (50.), 21:27 (57.), 24:27.

Zuschauer: 10.040 (ausverkauft) (TUI-Arena, Hannover)

Zwei Tage frei vor der Abfahrt nach Polen

Nach zwei freien Tagen trifft sich die deutsche Mannschaft zum finalen Lehrgang in Berlin, vor dort aus geht es am Donnerstag mit dem Bus in den EM-Vorrundenspielort Breslau. Dort spielt die DHB-Auswahl in Gruppe C gegen Spanien (16. Januar, 18.30 Uhr, live im ZDF), Schweden (18. Januar, 20.30 Uhr, live in der ARD) und Slowenien (20. Januar, 17.15 Uhr, live im ZDF). Die drei besten Mannschaften jeder Vorrundengruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde. Alle Spiele der deutschen Mannschaft werden beim Public Viewing im Kieler Handballbahnhof auf Großbildleinwand gezeigt. "Heute hat man gesehen", so Dahmke, "dass doch noch nicht alle Abläufe verinnerlicht sind. Aber nach ein paar Trainingseinheiten sind wir soweit, dass unsere Gegner bestimmt nicht gerne gegen uns spielen werden."

 

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