EM-Hauptrunde, Tag 3: Norwegen schlägt Polen - Frankreich siegt

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Samstag, 23.01.2016 // 20:00 Uhr

Ein überragender Torhüter Thierry Omeyer hat die französische Nationalmannschaft in der Hauptrunden-Gruppe I zu einem wichtigen Sieg geführt: Omeyer entnervte mit seinen Paraden die kroatischen Angreifer und traf selbst zum zwischenzeitlichen 31:23. Am Ende gewann der Titelverteidiger mit 32:24 (16:10), was auch der beste kroatische Torschütze, Domagoj Duvnjak (5) nicht verhindern konnte. Am Abend kämpfte Norwegen in einem begeisternden Spiel die Gastgeber nieder: Nach dem 30:28-Erfolg gegen Polen hat Erlend Mamelunds Mannschaft das Halbfinale vor Augen.

Hauptrunde I: Frankreich - Kroatien: 32:24 (16:10)

Daniel Narcisse und Frankreich feierten einen Kantersieg

Erstes "Endspiel" um die Halbfinal-Teilnahme bei der Europameisterschaft: Die beiden punktgleichen Teams aus Frankreich und Kroatien trafen vor 10.000 Zuschauern in Krakau aufeinander - und das mit Spannung erwartete Duell legte von Beginn an mit großer Intensität los.

Zehn Minuten blieb die Partie ausgeglichen. Thierry Omeyer erwischte eine starken Start, auf der Gegenseite machten die Franzosen in der Offensive aber Fehler. Doch nach 13 Minuten führten sie erstmals mit zwei Toren Unterschied. Ein Doppelschlag von Sliskovic brachte den kroatischen Ausgleich. Eine Zeitstrafe gegen Luka Sebetic half dem Titelverteidiger: Luc Abalo erzielte das 8:6, und nach einer Omeyer-Parade legte Sorhaindo das 9:6 nach. Ein Rückstand, von dem sich die Kroaten, die sich an der französischen Defensive die Zähne ausbissen, bis zur Pause nicht mehr erholen sollten - auch wenn sie noch einmal auf 9:10 herankamen (22.). Aber die "Equipe Tricolore" zeigte weiter ein gnadenloses Überzahlspiel: Nach Ilija Brozovic' Hinausstellung, der Neu-Kieler erzielte zwei Tore, traf Guigou zum 11:9, Daniel Narcisse im Gegenstoß zum 12:9 und Nikola Karabatic zum 13:9 (25.). Weil aber Horvats verwandelter Siebenmeter zum 10:13 der letzte kroatische Treffer vor der Pause bleiben sollte, war nach den ersten 30 Minuten eine Vorentscheidung gefallen: Valentin Porte, Nikola Karabatic und Sorhaindo schraubten die französische Pausenführung auf 16:10.

Nach 35 Minuten und dem 19:10 durch Abalo, mit sechs Treffern erfolgreichster Torschütze, war die Partie entschieden. Zwischenzeitlich führte der Titelverteidiger mit elf Toren. Also änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nichts an der französischen Überlegenheit, was vor allem an Omeyer lag: Der ehemalige Kieler Torhüter parierte weltmeisterlich, hielt insgesamt 16 Bälle und krönte seine Leistung mit dem Tor zum 31:23 von der eigenen Grundlinie. Erst gegen Ende konnten die Kroaten das Ergebnis noch etwas moderater gestalten.

Hauptrunde I: Polen - Norwegen: 28:30 (15:16)

Vor 15.000 Zuschauern lieferten sich die Überraschungs-Mannschaft aus Norwegen und der Titelfavorit aus dem Gastgeberland einen ganz heißen Tanz. Am Ende von 60 spannenden und intensiven Minuten musste sich Polen mit den überragenden Karol Bielecki (10/4 Tore) und Michal Jurecki (9) der besseren Mannschaft geschlagen geben: Espen Lie Hansen (8) und Kent-Robin Tönnesen (6) führten Norwegen zu einem 30:28 (15:16), das die Tabellensituation in der Hauptrunden-Gruppe I extrem spannend gestaltet.

Die Fans in Krakau waren gekommen, um ihrer Mannschaft auf dem Weg ins Halbfinale den Rücken zu stärken. Und für Polen lief es zunächst glänzend: 5:2 führte der Gastgeber nach neun Minuten - alles schien den von den 15.000 geplanten Weg zu gehen. Doch alle hatten die Rechnung ohne die um jeden Zentimeter kämpfenden Norweger gemacht - und Lie Hansen. Der wurfgewaltige Rückraumspieler brachte sein Team mit einem Doppelschlag zum 7:7-Ausgleich. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Spiel auch zu einer Nervenschlacht. Und in dieser behielten die Norweger den kühleren Kopf: Zweimal Tönnesen und Jöndal brachten Norwegen mit 15:12 in Führung (26.) - ein Vorsprung, der aber bis zum Wechsel auf ein Tor zusammenschmolz.

Viel hatten sich die Polen für den zweiten Durchgang vorgenommen - und wurden kalt erwischt: Jungstar Sander Sagosen und Bjarte Myrhol machten wieder drei Tore Differenz klar, der Gastgeber lief ständig einem Rückstand hinterher. Dennoch wurde es dramatisch, denn auch Norwegen konnte sich nicht absetzen: Immer wieder waren die Polen dicht am Ausgleich, und immer wieder hatten Tönnesen und Björnsen die besseren Antworten. Noch einmal brachte Bielecki seine Farben auf 26:27 (56.) heran, doch Tönnesen machte schließlich eine Minute vor dem Ende alles klar. Durch den Erfolg kletterte Norwegen in der Hauptrunden-Gruppe I auf Rang zwei.

 

Sonntag spielt Deutschland!

Weiter geht es am Sonntag mit zwei Partien der Hauptrunden-Gruppe II: Die deutsche Nationalmannschaft trifft auf Russland. Anpfiff ist um 18:15 Uhr in Breslau, die ARD zeigt das Spiel live im Fernsehen. In Kiel können Handball-Fans wieder gemeinsam beim Public Viewing im beheizten Hauptbahnhof dabei sein. Im Anschluss steigt das Spitzenspiel der Gruppe: Die beiden mit 4:0 Punkten in die Hautrunde gestarteten Teams aus Spanien, mit Joan Canellas, und Dänemark, mit Niklas Landin zwischen den Pfosten, treffen sich um 20:30 Uhr zum Gigantenduell. Das Spiel ist live bei sportdeutschland.tv im Internet zu sehen.

 

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