EM-Tag 5: Norwegen und Kroatien weiter - Island ist raus

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Dienstag, 19.01.2016 // 19:00 Uhr

Endspiel-Stimmung bei der Europameisterschaft in Polen: In den Gruppen A und B fielen am Dienstagabend die Entscheidungen über den Hauptrunden-Einzug. In der spannenden Gruppe B sicherte sich "Zebra" Erlend Mamelund mit Norwegen durch einen 29:27 (12:13)-Erfolg gegen Weißrussland das Weiterkommen. Auch Domagoj Duvnjak und Ilija Brozovic konnten feiern: Sie besiegten mit Kroatien Island klar und schickten die "Isis" damit auf die Heimreise. Ausgeschieden ist auch die serbische Nationalmannschaft nach einem dramatischen Unentschieden gegen Mazedonien, während Polen nach dem 31:25-Sieg gegen Frankreich im Jubelrausch ist.

Gruppe B: Weißrussland - Norwegen: 27:29 (13:12)

Erlend Mamelund steht mit Norwegen in der EM-Hauptrunde

Alle vier Teams mit zwei Punkten - die Gruppe B lieferte am letzten Vorrunden-Spieltag Hochspannung pur. Gegen Weißrussland legte Norwegen zunächst einen Fehlstart hin und lag schnell mit 0:2 hinten. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Kristian Börnsen schlug Weißrussland mit Siarhei Rutenka - mit neun Treffern erneut bester Torschütze seines Teams-, den humorlosen Geschossen von Siarhei Shylovich und Baris Pukhouski gnadenlos zurück: 6:2 stand es nach elf Minuten für die Osteuropäer.

Die hatten dann ihrerseits eine Schwächephase, die die Norweger mit einem 4:0-Lauf zum erneuten Ausgleich bestraften. Weißrussland ging erneut mit zwei Toren in Führung, Norwegen kam wieder heran und schöpfte nach Joakim Hykkeruds 12:13-Pausen-Anschluss wieder Hoffnung auf die Hauptrunde.

Mit einem Doppelschlag Börnsen und Harald Reinkind gingen die Nord-Europäer nach dem Wiederanpfiff erstmals in Führung. Den Grundstein zum Weiterkommen legten sie dann zwischen der 39. und 42. Minute: Björnsen, Reinkind und Christian O'Sullivan erzielten mit vier Treffern in Folge das 21:17 - die Vorentscheidung. Auch, weil die Abwehr um Erlend Mamelund den wurfgewaltigen Rückraum der Weißrussen nun besser als in Durchgang eins im Griff hatte. Spätestens in der 51. Minute, als der im zweiten Durchgang überragende Björnsen das 26:20 erzielte, begannen die norwegischen Fans zu feiern, denn die weißrussische Aufholjagd kam zu spät: Norwegen steht nach dem 29:27 (12:13)-Sieg in der Hauptrunde der Europameisterschaft!

Gruppe B: Kroatien - Island: 37:28 (19:10)

Die Ausgangssituation vor der Partie war klar: Island brauchte mindestens einen Punkt, während sich Kroatien aufgrund des Sieges im direkten Vergleich mit Weißrussland sogar eine Niederlage hätte erlauben können, um weiter im Rennen um den Europameistertitel zu bleiben.

Doch darauf wollten es die beiden "Zebras" Domagoj Duvnjak und Ilija Brozovic nicht ankommen lassen: Hoch motiviert gingen die Kroaten in die Partie und hatten Island schon nach 15 Minuten ins Tal der Tränen gestürzt. Mit 2:11 lagen die beiden ehemaligen "Zebras" Aron Palmarsson und Gudjon Valur Sigurdsson zu diesem Zeitpunkt bereits zurück. Nichts lief bei den "Isis" zusammen: Palmarsson leistete sich eine Vielzahl technischer Fehler, seine Nebenleute taten es ihm nach, und Sigurdsson vergab einen Siebenmeter. Kroatien hingegen stand bärenstark in der Defensive und ließ die Isländer nicht zur Entfaltung kommen. Daraus resultierten Konter, die vor allem Ivan Cupic mit vier Treffern allein in der ersten Halbzeit zu nutzen wusste. Nach einem Brozovic-Steal machte Cupic das 16:6 (22.), mit einem beruhigenden 19:10-Pause ging es in die Kabine. 

Im zweiten Durchgang machten die Kroaten ebenso schnell klar, dass sie keine Spannung mehr aufkommen lassen wollten: In der 34. Minute erzielte Neu-"Zebra" Brozovic das 22:11, und als der Kreisläufer in der 40. Minute zum 27:15 traf, war die Messe für Island gelesen. Die Nordlichter, für die Sigurdsson und Arnor Gunnarsson je sechs Mal trafen, konnten sich nur noch über ein Tor ihres Keepers Gustavsson freuen - ansonsten regierte die Tristesse, während die Kroaten, für die Duvnjak zweimal traf und die in Marino Maric (8) ihren besten Torschützen hatten, bereits weit vor dem Schlusspfiff zu feiern begannen.

Gruppe A: Mazedonien - Serbien: 27:27 (13:13)

Die Mazedonier lagen sich jubelnd in den Armen, die Serben blickten konsterniert. Der Nervenkrimi um das letzte Hauptrunden-Ticket in der Gruppe A hatte ein Happy End für Mazedonien parat, das nach dem 27:27 das um drei Treffer bessere Torverhältnis aufweist. Serbien, das in den beiden Bundesliga-Akteuren Zarko Sesum und Petar Nenadic (je sieben Treffer) die besten Torschützen hatte, muss sich von dieser EM nach der Vorrunde verabschieden. Den entscheidenden Treffer setzte der zehnfache Torschütze Dejan Manaskov zwei Sekunden vor dem Ende der Partie. 

In diesem Spiel konnte sich einfach keine der beiden Mannschaften absetzen, die Führung wechselte mehrfach, ein verwandelter Siebenmeter von Petar Nenadic bedeutete den 13:13-Halbzeitstand. Dabei konnten sich die Serben nicht nur auf den dreifachen Torschützen Nenadic verlassen, sondern auch auf ihren Keeper Darko Stanic, für den sieben Paraden notiert wurden und der vor dem Wechsel zwei Strafwürfe wegnahm. Das war für ihn unter dem Strich bis zum Wechsel eine Quote von 41 Prozent.

Auch nach der Pause ging es ausgeglichen weiter, das Duell bog schließlich auch unentschieden auf die Zielgerade ein. Zunächst hatte Serbien die besseren Karten, legte zum 25:24 und 26:25 (58.) vor. Es waren noch 35 Sekunden auf der Uhr, da markierte Stojanche Stoilov den Ausgleich. Die Serben brachten in Unterzahl einen zusätzlichen Feldspieler - und 13 Sekunden vor Schluss traf Darko Djukic zur erneuten Führung. Nach der Auszeit blieb den Mazedoniern noch ein Angriff: Manaskov war zur Stelle.

Gruppe A: Frankreich - Polen: 25:31 (12:15)

Das Ticket Richtung Hauptrunde bereits in der Tasche, ging es für den Titelverteidiger und den EM-Gastgeber um Platz eins in der Gruppe A und darum, die optimale Punkteausbeute und damit eine gute Ausgangsbasis mitzunehmen. Das polnische Team startete mit den Zuschauern im Rücken furios und legte schnell auf 4:1 (6.) vor, Karol Bielecki trug sich drei Mal in die Torschützenliste ein. Und die Gastgeber dieser Europameisterschaft blieben auf dem Gaspedal - 8:3 (11.). Die polnischen Fans waren aus dem Häuschen. Der französische Trainer Claude Onesta unterbrach das Spiel. Aber die Polen kamen nicht außer Tritt, bauten ihren Vorsprung bis auf 13:6 (21.) aus. Die Franzosen fanden kein Mittel gegen das druckvolle Spiel und die sehr bewegliche Deckung der Gastgeber, bei denen Keeper Slawomir Szmal acht Paraden und eine Quote von 40 Prozent aufzuweisen hatte. 

Erst in den Schlussminuten des ersten Abschnitts fand der Titelverteidiger in sein Spiel und zwang den Gegner zu Fehlern. Ein 4:0-Lauf bedeutete das 12:14 aus Sicht der Franzosen, die kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einen Treffer von Lijewski hinnehmen mussten.

Nach dem Wechsel stand ein ums andere Mal Szmal im Blickpunkt. Der polnische Torwart entschärfte insgesamt 17 Würfe und avancierte zum überragenden Rückhalt seines Teams. So gelangen den Gastgebern erneut leichte Treffer und sie bauten die Führung wieder auf 20:14 (39.) aus. Zwar schmolz der Vorsprung zwischenzeitlich auf drei Tore zusammen, aber die Mannschaft von Trainer Michael Biegler ließ sich nicht mehr von der Siegerstraße abdrängen und feierte einen eindrucksvollen Erfolg.

Deutschland am Mittwoch gegen Slowenien

Für die deutsche Mannschaft geht es am Mittwoch um den Hauptrunden-Einzug: Gegen die starken Slowenen reicht der DHB-Auswahl ein Punkt, um in die nächste Runde einzuziehen. "In dieser engen und absolut ausgeglichenen Gruppe kann alles passieren", warnt Bundestrainer Dagur Sigurdsson vor der finalen Partie, die am Mittwoch um 17:15 Uhr (live im ZDF und beim Public Viewing im Kieler Hauptbahnhof) angepfiffen wird. Slowenien hatte sein Auftaktspiel in Breslau mit 21:23 gegen Schweden verloren, dann ein 24:24 gegen Spanien erreicht. "Dieses Ergebnis hat mich schon überrascht", so Sigurdsson. Dabei hatte Slowenien gegen den Weltmeister von 2013 über die komplette Spielzeit geführt, am Ende aber einen Sieg aus der Hand gegeben. Um 16:15 Uhr startet das Programm im einzigartigen Kieler Handballbahnhof: Als Gäste werden die beiden THW-Stars Igor Anic und Marko Vujin erwartet.

Norwegen und Polen mit optimaler Ausbeute

Spätestens jetzt dürfte Polen der Top-Favorit auf den Titel sein: Wie Norwegen nimmt der Gastgeber vier Punkte aus der Vorrunde mit in die Hauptrunde. Kroatien und Frankreich haben zwei Punkte auf der eingefahren, Mazedonien und Weißrussland starten ohne einen einzigen Punkt die Aufholjagd. 

 

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