Kantersieg gegen Katar: DHB-Auswahl startet Olympia-Vorbereitung

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Freitag, 11.03.2016 // 19:30 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das erste Länderspiel nach dem Triumph bei der Europameisterschaft mit einem Kantersieg gefeiert. Vor über 7.000 Zuschauern in der ausverkauften "Arena Leipzig" beisegte die DHB-Auswahl den Asienmeister und Vize-Weltmeister Katar nach einer grandiosen Leistung mit 32:17 (17:9). Überragender Akteur in der Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson war erneut Torhüter Andreas Wolff, der unter anderem drei Siebenmeter entschärfte.

Sonntag erneut gegen Katar

Weiter geht's für die DHB-Auswahl am Sonntag in der Hauptstadt: Beim "Abschiedsspiel" für den ehemaligen Berliner Coach Sigurdsson trifft die Nationalmannschaft um 15 Uhr in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle erneut auf Katar. Die Partie beginnt um 15 Uhr, Sport1 überträgt live.

Testspiel, 11.03.16: Deutschland - Katar: 32:17 (17:9)

Deutschland: Lichtlein, Wolff, Heinevetter; Gensheimer (4/1), Sellin (4/1), Lemke (2), Wiede (3),Strobel, Groetzki (4), Häfner (3), Pevnov (1), Dahmke, Kühn (3), Späth (1), Ernst (4), Pieczkowski, Drux (3)

Katar: Stojanovic, Magdi; Markovic, Bagaric (3), Roine (4/2), Capote (6), Lopez (2), Murad, Memisevic, Vidal (1), Mallash, Tomic (1), Sami, Benali, Venic, Hassaballa

Schiedsrichter: Palsson/Eliasson (Island)

Zeitstrafen: 8:4 Minuten (Lemke, Wiede, Häfner, Drux/Bagaric, Benali)

Siebenmeter: 3/2:5/2(Gensheimer scheiert an Stojanovic/ Capote, Lopez, Roine scheitern an Wolff)

Spielfilm: 5:1 (9.), 11:5 (20.), 12:7 (25.), 17:9 (Halbzeit), 20:12 (41.), 24:14 (48.), 28:16 (55.), 32:17 (Endstand)

Zuschauer in Leipzig: 7035 (ausverkauft)

Erstes Länderspiel nach dem EM-Triumph

Das erste Aufeinandertreffen zwischen dem frischgebackenen Europameister und dem aktuellen Asienmeister, der sich drei Tage vor dem deutschen Finalsieg gegen Spanien in Krakau durch einen 27:22-Erfolg gegen Bahrain zum zweiten Mal in Folge den kontinentalen Titel sicherte, war im Vorfeld mit Spannung erwartet worden. Denn wie die deutsche Mannschaft hat sich auch Katar für die olympischen Spiele in Rio qualifiziert - und mit der Partie in Leipzig begann für Sigurdsson und die DHB-Auswahl die intensive Vorbereitung auf die Spiele. Und für jeden Nationalspieler der Kampf um die Tickets - ohne Europameister-Bonus, wie der Bundestrainer betont.  

Partie zur Pause entschieden

Entsprechend motiviert und angefeuert von einem euphorischen Publikum ging die DHB-Auswahl, in der die während der EM verletzten Kieler Christian Dissinger und Steffen Weinhold fehlten, zu Werke. Vor allem die Flügelzange der Mannheimer Rückkehrer Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer schnappte gegen die völlig überfordertem Katari zu: Acht Treffer erzielten die Außen vor dem Wechsel und profitierten dabei auch von der starken Abwehr der deutschen Mannschaft, hinter der der künftige Kieler Torhüter Andreas Wolff erneut zu Galaform auflief. Nach einem Traumstart der deutschen Mannschaft war die Partie bereits zur Pause entschieden: Mit einer 17:9-Führung ging die DHB-Auswahl in die Kabine. Nach dem Wechsel spielten sich die "Bad Boys" dann in einen wahren Rausch und entschieden das Duell zwischen Europa- und Asienmeister mehr als deutlich für sich.

KN: "Bad Boys" noch immer in EM-Form

Leipzig. Glanzvolle Rückkehr aufs Parkett: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei ihrem ersten Auftritt nach dem EM-Triumph ein Meisterstück abgeliefert. Die "Bad Boys" deklassierten Vize-Weltmeister Katar in Leipzig mit 32:17 (17:9) und nahmen erfolgreich Revanche für die 24:26-Niederlage im WM-Viertelfinale.

"Es war sehr, sehr gut heute. Wir haben sehr konzentriert gespielt", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Auch Kapitän Uwe Gensheimer war zufrieden: "Wir haben schon in der Trainingswoche voll durchgezogen und sind glücklich, es auf die Platte gebracht zu haben."

Vor 7035 Zuschauern in der ausverkauften Leipziger Arena hatte das DHB-Team in Gensheimer, Simon Ernst, Patrick Groetzki und Johannes Sellin (alle vier) seine besten Schützen. Der überragende Keeper Andreas Wolff hielt in der ersten Halbzeit drei Siebenmeter und brachte die Gäste mit seinen Paraden zum Verzweifeln. Eine solide Leistung bot Torwart-Rückkehrer Silvio Heinevetter, der wegen Formschwäche für die EM nicht nominiert war. Insgesamt standen elf Europameister auf der Platte.

Von Beginn an bewies die DHB-Auswahl, dass der EM-Titel vor 40 Tagen kein Zufallstreffer war. Sigurdssons Mannschaft spielte ruhig und abgeklärt, setze sich schnell mit 6:1 (10.) und 9:4 (16.) ab. Auch eine anschließende kleine Schwächephase brachte das deutsche Team nicht aus dem Tritt, Katar vergab die Chance, auf 8:11 zu verkürzen. Der zweimalige Asienmeister kam nicht ins Spiel, Deutschland eilte bis zur Pause auf 17:9 davon.

Katar zeigte nur ansatzweise, dass das Team in Rio als Medaillenanwärter gehandelt wird. Bei der ersten Olympiateilnahme seiner Geschichte will das kleine Emirat nach Aussage seines spanischen Star-Trainers Valero Rivera "mindestens ins Viertelfinale" kommen. Am Sonntag (15 Uhr/Sport 1) kommt es in Berlin zum zweiten Test beider Teams.

(Aus den Kieler Nachrichten vom 12.03.2016)

 

 

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