KN: Aron Palmarsson will im Sommer entscheiden

Weitere
Dienstag, 18.10.2016 // 11:24 Uhr

Veszprem. Kommt er? Oder kommt er nicht? Wenn ja: wann? Wenn nicht: warum? Es wurde in den letzten Monaten viel geredet über und nur selten mit Aron Palmarsson. Das einstige Handball-Supertalent, das von 2009 bis 2015 sechs Jahre lang mit dem THW Kiel fünf Meistertitel, drei Pokalsiege und zwei Trophäen in der Champions League errang, dann zum ungarischen Meister nach Veszprem wechselte und seither als Kiels "verlorener Sohn" gilt, ist absoluter Wunschspieler seines Mentors, THW-Coach Alfred Gislason. Am Rande des Gruppenphasen-Duells in der Königsklasse am Balaton stellte sich der isländische Spielmacher den Fragen der Kieler Nachrichten.

Die Zukunft des "verlorenen Sohnes"

Offizielle Gespräche werde es, das stellt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm schon vor dem Anpfiff klar, in Veszprem keine geben. Warum auch? Das Angebot des deutschen Rekordmeisters liegt bei Palmarsson auf dem Tisch. "Es gibt ein Angebot, und das macht mich sehr stolz", sagt das Ex-Zebra. So richtig behage ihm das Thema nicht. Er sagt dann leise zu sich: "Meine Fresse! Diese Fragen!", und sogar da spiegelt sich der Einfluss von Alfred Gislason wider, der zuweilen in einem ähnlichen Wortlaut zu fluchen pflegt. Dann lenkt Palmarsson aber doch ein, sagt, dass er sehr wohl - unter anderem auch auf den Social-Media-Kanälen der Kieler Nachrichten - verfolge, wie sich Gislason über ihn in den Medien äußere. "Wie Alfred über mich redet, macht mich stolz. Sehr stolz. Dass der beste Verein der Welt so ein Interesse an mir hat, ist unglaublich."

Der beste Verein der Welt? Was gibt es denn da noch zu überlegen? Fest steht, dass Palmarsson noch bis Sommer 2018 vertraglich an Telekom Veszprem gebunden ist. Fest steht spätestens seit Sonnabend auch, dass der THW Kiel nicht der einzige Verein ist, der um die Dienste des begehrten Rückraumspielers buhlt. Sein Berater Sasa Bratic habe alle Hände voll zu tun. "Auch andere Vereine haben Interesse. Aber ich versuche, mich einfach voll auf Veszprem zu konzentrieren." Gerüchten zufolge soll auch Paris Saint-Germain um die Dienste Palmarssons werben, wo mit Nikola Karabatic (32) und Daniel Narcisse (36) wesentlich ältere Akteure im Kader stehen. Palmarsson stellt dazu immerhin klar: "Ich kam mit 19 Jahren nach Kiel, werde immer THW-Fan sein." Er sagt aber auch: "Ich habe doch Zeit, werde richtig lange und gründlich überlegen, alle Optionen prüfen und mich dann entscheiden. Wahrscheinlich erst im nächsten Sommer. Dann werde ich entweder irgendwo unterschreiben oder hier verlängern."

Hier, das ist für ihn auch die neue Heimat mit seinem Haus in Balatonfüred am Plattensee und seine trotz des Tanzes auf den Hochzeiten ungarische Liga, multinationale Seha-Liga und Champions League insgesamt geringere körperliche Belastung. "Die Doppelbelastung Bundesliga und Champions League ist auf jeden Fall härter. Und hier habe ich bisher keine Knieprobleme mehr." Er fühle sich so richtig gut in Veszprem, sagt Palmarsson. Kein Wunder, noch lange nach dem Spiel gegen den THW hallen "Palmarsson, Palmarsson"-Schlachtrufe durch die Halle, einige Fans haben sich in den isländischen Nationalfarben geschminkt, schwenken die isländische Fahne und würden wohl am liebsten das kultige "Hu!" anstimmen, wären sie nur eine größere Gruppe. In der Vorsaison wurde der Isländer von mehr als 100 000 Anhänger zum Veszprem-Spieler der Saison gekürt.

In Kiel indes löst das Begehren nach der Rückkehr des "verlorenen Sohnes" Gerüchten zufolge aufgrund Palmarssons Verletzungshistorie nicht bei allen Vereinsverantwortlichen gleichermaßen Begeisterung aus. Fest steht also: Noch steht nichts fest. Und sogar die Antwort auf Frage danach, ob er auf jeden Fall seinen Vertrag in Veszprem bis 2018 erfüllen werde, lässt vieles offen. Palmarsson sagt: "Wenn mich ein Verein aus meinem Vertrag herauskaufen will, bin ich bereit."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 18.10.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

Mehr zum Thema

Hannover/Kiel. Der erlösende Anruf für Christian Prokop kam am Montagnachmittag um kurz nach drei. Trotz des desolaten EM-Auftritts in Kroatien und interner Verwerfungen bleibt der Bundestrainer im Amt und soll die deutschen Handballer bei der Heim-WM 2019 zu einer Medaille führen. "Er war sehr erfreut über die Entscheidung", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer über das Telefonat mit Prokop....

20.02.2018

Kiel/Hannover. Heute entscheidet die Spitze des Deutschen Handballbundes (DHB) in einem Hannoveraner Flughafenhotel über die Zukunft von Bundestrainer Christian Prokop. Im Mittelpunkt des Handball-Gipfels steht das Ergebnis der Analyse des desaströsen EM-Abschneidens, die Sportvorstand Axel Kromer nach Informationen unserer Zeitung mittags dem zehnköpfigen DHB-Präsidium vorstellen wird. Alles...

19.02.2018

Der THW Kiel hat mit Christian Zeitz im Sommer 2016 eine schriftliche Vereinbarung über den Abschluss eines bis zum 30.06.2018 befristeten Spielervertrages geschlossen. Dieser zweijährigen Befristung entsprechend, haben der THW Kiel und Christian Zeitz gemeinsam das Spielrecht bis zum 30.06.2018 beantragt. Die Eingehung von befristeten Vertragsbeziehungen ist im Profisport üblich.

16.02.2018

Kiel. Lucas Firnhaber wird den THW Kiel am Saisonende verlassen und zum Zweitligisten TuSEM Essen wechseln. Der 20-jährige Rückraum-Linkshänder unterschrieb dort einen Vertrag bis 2020, das teilte der Revierklub am Donnerstag mit.

16.02.2018

Kiel. So ein paar Kilo im Arm - da strahlt Patrick Wiencek. Seit ein paar Tagen kann der 28-Jährige den kleinen Paul (geboren am 30. Januar) an sein Herz drücken. Und jetzt kommt auch noch die "Sportler des Jahres"-Trophäe hinzu. Da kommt der Abwehrchef des Handball-Rekordmeisters THW Kiel aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus: "Das ist eine Riesen-Ehre."

13.02.2018

Patrick Wiencek ist Kiels "Sportler des Jahres 2017"! Zum ersten Mal überhaupt wurde der Kieler Kreisläufer bei der prestigeträchtigen Abstimmung der Kieler Nachrichten zum beliebtesten Sportler der Landeshauptstadt gewählt. Mit 4318 Punkten setzte sich der 28-Jährige klar gegen seinen Teamkollegen Domagoj Duvnjak (3535) durch. Beide setzten damit eine Tradition fort: Zum 14. Mal in Folge gewann...

12.02.2018

Große Ehre für Domagoj Duvnjak: Der Kieler Spielmacher wurde von der Internationalen Handballföderation (IHF) für die Wahl zum "Welthandballer des Jahres 2017" nominiert. Bis zum 20. Februar haben Fans die Gelegenheit, ihre Stimme für "Dule" online auf der Seite der IHF abzugeben! Für Duvnjak ist es die ingesamt fünfte Nominierung in Folge, 2013 hatte der kroatische Nationalspieler den...

06.02.2018

Kiel. Die Nachwirkungen der Europameisterschaft beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel sind schlimmer als erwartet. Herrschte zu Wochenbeginn noch Vorfreude bei Trainer Alfred Gislason auf den Punktspielstart ins Jahr 2018, stellte sich jetzt heraus, dass Kapitän Domagoj Duvnjak für weitere zwei Wochen ausfällt. Die Zebra-Verantwortlichen üben darum scharfe Kritik am kroatischen Verband.

04.02.2018