KN: Der loyale Grandseigneur: Blazenko Lackovic

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Dienstag, 25.10.2016 // 11:39 Uhr

Kiel. Es gab Momente in den vergangenen Wochen, da konnte Blazenko Lackovic seinen Frust auf der Bank kaum verbergen. Er, der 35-jährige Grandseigneur, zweitältestes Zebra (einen Monat jünger als Christian Zeitz), Olympiasieger, Weltmeister, Champions-League-Sieger mit fast 1000 Bundesliga-Toren, verbarg dann seinen Kopf in einem Handtuch und blickte ratlos drein. Öffentlich machte er seinen Frust nicht, blieb leise, loyal.

Den im Schatten sieht man kaum

Nicht, als Trainer Alfred Gislason von Saisonbeginn an auf Halblinks auf die 19-jährigen Nikola Bilyk und Lukas Nilsson setzte. Nicht, als Lackovic zuweilen nicht einmal den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffte. Nicht, als Gislason Lackovic in Veszprem 60 Minuten auf der Bank schmoren ließ, das Spiel vor Lackovic' Augen mit 19:21 verloren ging, der Coach anschließend sagte: "Im Training sind die Jungen momentan vor ihm, aber er ist unglaublich wichtig für die Mannschaft."

"Positiv bleiben, den Jungen helfen. Ich weiß, was von mir erwartet wird, und will da sein, wenn ich gebraucht werde." Lackovic unterstrich mit diesem Satz, warum die jungen Spieler regelrecht ins Schwärmen geraten, zu ihm als Mentor aufschauen. "Klar, manchmal bin ich schon enttäuscht", sagte der Kroate am Rande der Niederlage in Veszprem dann doch, attestierte Bilyk und Nilsson im selben Atemzug aber, dass sie "ihre Klasse als Top-Talente ständig unter Beweis stellen" und dass er "weiter gut trainieren und individuell an mir arbeiten" werde. Die Chemie im Team stimme, sagte dieser große Mann des Handballs, dessen Vertrag beim THW Kiel im Sommer 2017 ausläuft.

Am Sonnabend im Spiel gegen Schaffhausen stand Lackovic in der Anfangsformation, trat aus dem Schatten, erzielte drei sehenswerte Tore. "Seine Leistung im Angriff hat mich sehr gefreut", so Alfred Gislason. Er weiß: Diesen Grandseigneur wird er noch brauchen. 

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 24.10.2016, Foto: Sascha Klahn)

 

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