KN: Die "Bad Boys" auf ihrer Mission Olympia

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Freitag, 05.08.2016 // 12:21 Uhr

Rio de Janeiro. Verschwitzt schlurft Andreas Wolff aus der Trainingshalle. Im Januar hatte er mit einer Truppe von "Nobodys" Handball-EM-Gold geholt. Jetzt will der Kieler Keeper mit seinen "Bad Boys" erneut zum großen Wurf ausholen. Doch die Generalprobe gegen Kroatien vier Tage vor dem Auftakt der Gruppenphase gegen Schweden (Sonntag, 16:30 Uhr) über zweimal 20 Minuten ging mit 16:17 daneben. "Noch sind die Jungs nicht bereit", sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning, "aber ich habe Verbesserungen, mehr Aggressivität und Härte gesehen."

Handball-Team will mindestens ins Viertelfinale

Und, schon im Olympia-Fieber? Wolff schaut böse. "Das macht alles keinen Spaß hier, ist echt blöd." Sagt es und grinst. Ein Witz. In den letzten Tagen ist eine Welle von Eindrücken über ihn hinweggerauscht. "Ich muss das alles erst einmal verarbeiten, denke hier von Tag zu Tag." Für Hanning keine Überraschung: "Von den Jungs hat noch keiner Olympia erlebt, ist bei diesem riesigen Klassentreffen ohne jede Erfahrung." Die "Bad Boys" sieht er deshalb keineswegs auf Gold-Mission. Die Rio-Spiele laufen für ihn unter der Überschrift: "Lerneffekt. In vier Jahren, wenn hoffentlich noch 60 Prozent der Spieler dabei sind, dann ist die Zeit reif für Gold."

Wolff ist bereit: "Ich fühle mich super, bin gut drauf." Wichtig sei der Auftakt gegen Schweden. "Da kommt es darauf an, sich Respekt zu verschaffen." Danach geht es weiter gegen Polen, Slowenien, Brasilien und Ägypten. Die besten vier Teams qualifizieren sich für das Viertelfinale - das Minimalziel. Negatives wird ausgeblendet. Abwehrchef Finn Lemke findet das Essen nicht so toll. "Aber hey, wir sind bei Olympia." Morgen kann nur ab 7 Uhr trainiert werden. Na und! "Olympia ist so viel größer als alles andere", sagt Hanning. Für ihn ist alles toporganisiert. Auch für Steffen Weinhold und Carsten Lichtlein. Sie sind als Reservespieler ohne Akkreditierung mittendrin. Beim Training, auch im Dorf per Extra-Genehmigung von 9 bis 21 Uhr. Sie schlafen nur außerhalb in einem Hotel. 

Turnierunbekannte sind die Regeländerungen. Eingeführt wurde eine Blaue Karte, dazu die Regelung zum passiven Spiel verschärfte, verletzte Spieler dürfen erst nach drei Angriffen aufs Feld zurück, in der letzten Minute werden diverse Regelverletzungen mit Roten Karten und Siebenmetern geahndet und der siebte Feldspieler, der im Angriff den Torwart ersetzt, braucht kein Extra-Leibchen mehr. Bundestrainer Dagur Sigurdsson: "Der siebte Feldspieler wird den Handball verändern." Lemke weiß: "Jede Nation hat sich etwas ausgedacht." Wolff verhehlt nicht, dass er von den neuen Regeln "rein gar nichts hält. Das verkompliziert unseren Sport unnötig." Nicht ausgeschlossen sei, dass die Spieler Überraschungssieger erleben.

(Aus den Kieler Nachrichten vom 04.08.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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