KN: Lackovic gleich mittendrin

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Freitag, 12.02.2016 // 07:38 Uhr

Kiel. Kaum wieder in der Bundesliga angekommen, geht für den THW Kiel auch der kraftraubende Alltagstrott wieder los. Nach dem 31:26-Sieg gegen den VfL Gummersbach trat mit Blazenko Lackovic der nächste in die Reihen der angeschlagenen Spieler ein, gab gleichzeitig aber Entwarnung. Vor dem Champions-League-Spiel in Flensburg am Sonntagabend bleibt die Personalsituation dabei trotz der drei Neuzugänge etwas angespannt.

Mehrere Zebras vor Partie in Flensburg angeschlagen

Lackovic, der in seinem ersten Auftritt für den THW eine gute Partie ablieferte und sofort mittendrin war im Spiel der Zebras, zog sich im Laufe der Begegnung eine Knieprellung zu. Der 35-Jährige war während der 50 Minuten, die er in der Sparkassen-Arena auf der Platte stand, aber ganz offensichtlich derart mit Adrenalin überflutet, dass er dies gar nicht bemerkte - erst am Donnerstagmorgen plagten den Kroaten Probleme. "Im THW-Trikot in die Halle einzulaufen, war etwas Besonderes", beschrieb er sein Debüt im Zebratrikot. Am Tag danach folgte gleich die nächste Premiere, als er bei Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker vorstellig wurde. Nach dem MRT gab der Doc leichte Entwarnung: Lackovic erlitt zwar eine starke Knieprellung inklusive eines Ergusses - der bereits punktiert wurde -, die Bänder wurden allerdings nicht in Mitleidenschaft gezogen.

"Ich habe gleich zwei Prellungen im selben Bein abbekommen", sagte Lackovic und ergänzte lachend: "Herzlich Willkommen in der Bundesliga!" Nach der Behandlung bei Dr. Brandecker war der Rückraumspieler schon wieder sehr optimistisch. "Es ist alles ok, ich habe keine Schmerzen mehr. In den nächsten Tagen wird das sicher schnell besser." Am Sonntag in Flensburg wie auch am Mittwoch gegen Wisla Plock darf Lackovic so oder so nicht auflaufen: Weil er für Vardar Skopje bereits in der Königsklasse zum Einsatz gekommen war, ist er in der Champions League nicht spielberechtigt. "Für mich ist erst einmal wichtig, weiter zu trainieren, um die Abläufe und Spielzüge besser hinzubekommen", erklärte er. Mit seinem Debüt war er insgesamt zufrieden. "Es war ok, aber ich erwarte noch mehr von mir."

An seiner Statt könnte in Flensburg Joan Cañellas über längere Dauer zum Einsatz kommen. Doch der Spanier wird weiter von Rückenproblemen gehemmt, mit denen er schon in die Europameisterschaft gegangen war. "Er wird aber zunehmend in die volle Belastung gehen können und hat signalisiert, dass er spielen kann", sagte Brandecker. Linksaußen Rune Dahmke wurde im Spiel gegen Gummersbach nach den anstrengenden EM-Wochen geschont. "Der Akku ist nicht ganz voll, es wird ein bisschen dauern, bis er wieder voll auf dem Zenit ist", schätzt Brandecker die körperliche Verfassung des Youngsters ein.

Keinerlei Fitnessprobleme haben die beiden vom HSV Hamburg gekommenen Dener Jaanimaa und Ilija Brozovic. "Sie kommen ja beide aus dem Training, sie sind absolut fit", sagte Brandecker. Brozovic ersetzte ab der 18. Minute Igor Anic nach dessen zweiter Zeitstrafe mehr als adäquat. Sein Landsmann Domagoj Duvnjak erlitt im Spiel am Mittwochabend einen Pferdekuss, ist davon aber offensichtlich nicht beeinträchtigt. Der Kroate, der den THW nach der Verletzung von René Toft Hansen als Kapitän aufs Parkett führt, geht voran, präsentierte sich gegen Gummersbach auch in der schwierigen Anfangsphase als echter Leitwolf und warf sich wie gewohnt in jeden Zweikampf. Genau die Tugenden, auf die es angesichts der Ausfälle von Toft Hansen, Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und Christian Dissinger und eben Blazenko Lackovic auch in Flensburg wieder ankommen wird.

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 12.02.2016, Foto: Sascha Klahn)

 

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