KN: Sparkassen-Arena bewirbt sich um WM-Ausrichtung

Weitere
Donnerstag, 10.11.2016 // 12:53 Uhr

Kiel/Dortmund. 1961, 1982, 2007, 2019 - Kiel könnte zum vierten Mal Schauplatz für eine Handball-Weltmeisterschaft werden. Noch bis zum 15. November läuft das Bewerbungsverfahren, in dem der Deutsche Handballbund drei oder vier Standorte mit Arenen sucht, die mindestens 9000 Zuschauern Platz bieten. Auch die Verantwortlichen der Kieler Sparkassen-Arena, bei den Matches des Handball-Rekordmeisters THW Kiel regelmäßig mit 10 285 Zuschauern ausverkauft, wollen ihren Hut in den Ring werfen und dürfen sich für die von Deutschland und Dänemark gemeinsam ausgerichteten 26. Titelkämpfe 2019 berechtigte Hoffnungen machen.

1961, 1982, 2007, 2019?

Ein Vorrundenspiel 1961, zwei Begegnungen 1982, sechs Vorrundenspiele der Gruppe E im Jahr 2007, als Deutschland Weltmeister wurde - zündet Kiel jetzt die nächste Stufe? Gesucht werden vom DHB Standorte für 38 der insgesamt 88 WM-Partien. Zunächst zwei Standorte für jeweils eine der vier Sechser-Vorrundengruppen (inklusive Eröffnungsspiel in Berlin) mit je 15 Partien; darüber hinaus werden vier Achtelfinal-, zwei Viertelfinal- und zwei Halbfinalspiele in Deutschland ausgetragen, während das Finale in Kopenhagen angepfiffen wird.

Bisher hat der DHB offen gelassen, ob die acht Endrundenspiele bis zum Halbfinale an einem oder zwei Standorten ausgetragen werden sollen. Fest steht jedoch: Der Kreis der möglichen Spielhallen ist aufgrund der Größenbedingung überschaubar. "Wir sind sicher, dass wir mit und ohne Beteiligung der deutschen Mannschaft die Hallen voll bekommen", sagte DHB-Generalsekretär Mark Schober im Gespräch mit den Kieler Nachrichten und begründete so die Entscheidung, nur Arenen mit einer Kapazität von mindestens 9000 Zuschauern zuzulassen. Damit scheidet beispielsweise die Flensburger Flens-Arena (6300 Zuschauer) aus, so dass an Kiel oder Hamburg im Norden kaum ein Weg an der Schnittstelle zum nördlichen Nachbarland vorbeiführt.

Von den Bundesliga-Heimspielstätten kommen somit neben Kiel nur die Berliner Max-Schmeling-Halle (10 000) sowie die Mannheimer SAP-Arena (14 500) infrage. Mannheim hat sich bereits offiziell beim DHB beworben. 13 Arenen hat der DHB angeschrieben, neben den angestammten Handball-Hallen haben die Kölner Lanxess-Arena (20 000) als historischer Ort des WM-Triumphes 2007 und Austragungsort des Final Four in der Champions League sowie die Hamburger Barclaycard-Arena (13 200), in der traditionell das Final Four um den DHB-Pokal die Zuschauer elektrisiert, gute Chancen auf den Zuschlag. Hinzu kommen Standorte wie die Dortmunder Westfalenhalle (12 000) oder sogar die Veltins-Arena auf Schalke (30 925). "Wir ziehen natürlich neben wirtschaftlichen besonders auch technische und infrastrukturelle Kriterien ins Kalkül", sagte Schober. "Die Teams müssen zwischen den Spielorten, zwischen Deutschland und Dänemark reisen." Vorteil Kiel?

Im laufenden Ausschreibungsverfahren wolle sich Schober nicht zu einzelnen Standorten äußern, sagte der DHB-Generalsekretär, gab allerdings einen Einblick in die Entscheidungsfindung: "Es geht auch um Infrastruktur, Hotelkapazitäten an den Spielorten. Entscheidend wird aber unsere Strategie sein: Wo ist die Nachfrage nach Handball groß? Wie verteilen wir die Standorte über das Land?"

Stefan Wolf und Jürgen David, Geschäftsführer der Kieler Sparkassen-Arena, werden in der kommenden Woche gleich zwei Bewerbungen an den DHB schicken - eine für die Vorrunde, eine für das Endrunden-Paket. "Eine WM in Kiel wäre nach 2007 natürlich wieder ein Highlight, umso mehr mit deutscher Beteiligung", sagte Wolf. Die Termine für Vor- (sechs bis acht Spieltage) sowie Endrunde (vier Spieltage) seien geblockt, Hotelkapazitäten im Januar ohnehin optimal. Und auch wenn Wolf sich der direkten Konkurrenz zwischen Kiel und Hamburg bewusst sei, sagt er doch selbstbewusst: "Wir stehen den größeren Arenen in Deutschland in nichts nach."

Einzig den möglichen Rückenwind der Stadt Kiel wolle man gleich mit in die Waagschale werfen. Heute wird das Thema und eine mögliche Unterstützung der Stadt in Höhe von 90 000 Euro (vorbehaltlich einer Förderung durch das Land Schleswig-Holstein in mindestens gleicher Höhe) im Ausschuss für Schule und Sport behandelt. Und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freut sich schon jetzt über eine "Riesenchance" auf weltmeisterlichen Glanz in der Handball-Hochburg Kiel. "Kiel wäre Gastgeber einer Veranstaltung, die der Stadt nur Positives bringt. Für Kiel wäre die Handball-WM 2019 ein weiterer sportlicher Höhepunkt", so Kämpfer.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 10.11.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

Mehr zum Thema

Der THW Kiel und LOTTO Schleswig-Holstein setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft fort: Der deutsche Handball-Rekordmeister und LOTTO Schleswig-Holstein verlängerten erneut das Teamsponsoring. Den Vertrag unterzeichneten die beiden Geschäftsführerinnen Karin Seidel, LOTTO Schleswig-Holstein, und Sabine Holdorf-Schust. 

17.07.2019

Nach monatelangen Umbauarbeiten haben THW- und Handballfans ab kommendem Mittwoch wieder einen Anlaufpunkt direkt in Kiel: In den Räumlichkeiten der ehemaligen Geschäftsstelle im Ziegelteich 30 (unterhalb der Business Lounge) öffnet dann die in der Handballwelt wohl einzigartige THW-FANWELT ihre Türen. 

12.07.2019

Der THW Kiel spielt Ende August um den zweiten "Super Globe"-Titel seiner Geschichte: Die Internationale Handball Föderation (IHF) stattete den amtierenden EHF-Pokalsieger mit einer Wild Card für die Vereinsweltmeisterschaft aus, die vom 27. August bis 31. August erstmals in Dammam ausgetragen werden wird. 

11.07.2019

Am 26. Juli wird es in der Sparkassen-Arena richtig international: Zum großen Abschiedsevent für Alfred Gislason werden nicht nur viele schwarz-weiße Legenden (siehe Extra-Artikel), sondern auch etliche Wegbegleiter des Isländers aus Magdeburger, Gummersbacher und isländischen Zeiten erwartet.  "þakka þér Alfred! - Danke, Alfred" sagen unter anderem auch sieben ehemalige Spieler des SC Magdeburg,...

10.07.2019

Auch Zebras haben einmal klein angefangen. In der Serie "Wie alles begann" berichten die Profis des THW Kiel, wie sie zum Handball gekommen sind und ihre steilen Karrieren ins Rollen gebracht haben. Domagoj Duvnjak erzählt, wie er zum Handball gekommen ist und verrät außerdem, in welchem Beruf er sich sonst gerne gesehen hätte.

09.07.2019

EHF-Pokal-Gewinner in eigener Arena, elfter DHB-Pokalsieg in Hamburg und in der Meisterschaft bis zuletzt für Spannung gesorgt: Der THW Kiel hat eine äußerst erfolgreiche Saison hinter sich. Mit mehr als 5000 Fans feierte der deutsche Rekordmeister und -pokalsieger auf dem Rathausplatz diese Spielzeit, die nun auch Schwarz auf Weiß mit einem interessanten Rückblick gewürdigt wurde. Wer das 52...

04.07.2019

Auch Zebras haben einmal klein angefangen. In der Serie "Wie alles begann" erzählen die Profis des THW Kiel, wie sie zum Handball gekommen sind und ihre steilen Karrieren ins Rollen gebracht haben. Der Kreisläufer Hendrik Pekeler verrät, warum er sich für den Handball entschied und die Wahl seiner Rückennummer für Kopfzerbrechen sorgte.

02.07.2019

Wien. Es ist zwar ein Fußball-Bonmot: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Aber ein bisschen passte dieser Satz auch am Donnerstagabend, als in Wien die Gruppenphase in der Handball-Champions-League ausgelost wurde. Die Rückkehr des THW Kiel fällt dabei sportlich attraktiv und anspruchsvoll, auf der Landkarte eher strapaziös mit gehörigem Osteuropa-Übergewicht aus.

01.07.2019