KN: Spekulationen um mögliche Sigurdsson-Nachfolge

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Samstag, 05.11.2016 // 13:23 Uhr

Kiel/Zürich. Völlig offen ist die Zukunft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Die Zeichen stehen auf Abschied nach der Weltmeisterschaft im Januar in Frankreich, und so ist es kein Wunder, dass bereits einige Kandidaten für die Nachfolge hartnäckig gehandelt werden. Einer davon ist Alfred Gislason (57), Trainer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. Doch Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), betonte am Freitag im Gespräch mit den Kieler Nachrichten: "Es hat noch keine Gespräche gegeben. Wir warten jetzt erst einmal die kommenden drei Wochen ab. Und ich habe mich auch noch nicht damit abgefunden, dass Dagur uns verlässt."

Gislason? Vranjes, Baur, Biegler?

Gislason selbst hatte dem DHB im Sommer 2014 bereits einmal abgesagt, ehe sein 14 Jahre jüngerer Landsmann, der Deutschland in den kommenden zwei Jahren zum Europameister-Titel und Olympia-Bronze führen sollte, inthronisiert wurde. Der Kieler Coach wollte die Spekulationen über ein mögliches Engagement beim DHB am Freitag nicht kommentieren. "Ich habe momentan andere Sorgen", sagte der Isländer, der noch bis 2019 vertraglich an die Zebras gebunden ist. "Sorgen", damit meint Gislason vermutlich den personellen Umbruch, dem seine Mannschaft bis zu diesem Sommer unterzogen wurde. Schwer vorstellbar, dass der Erfolgstrainer (sieben Meistertitel, drei Champions-League-Siege, fünfmal Trainer des Jahres), der derzeit im Prozess steckt, mit Rohdiamanten wie Lukas Nilsson oder Nikola Bilyk eine neue Erfolgsära zu begründen, vorzeitig hinwirft. Vieles wird davon abhängen, ob es Gislason und THW-Geschäftsführer Thorsten Storm gelingen wird, das Gerüst der Mannschaft auch langfristig gegen lukrative Angebote aus dem europäischen Ausland zu schützen und um weitere Wunschkandidaten wie Aron Palmarsson (Telekom Veszprem) oder Kreisläufer Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen) zu ergänzen.

Wenn sich nun also Dagur Sigurdsson für einen Ausstieg per Option aus seinem bis 2020 datierten Vertrag mit dem DHB und einen Wechsel zum französischen Topklub Paris St. Germain entscheidet, wo er Gerüchten zufolge rund 600 000 Euro jährlich verdienen könnte (mehr als doppelt so viel wie aktuell beim DHB), oder dem Werben von Telekom Veszprem folgt oder doch seinem Herzen und bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio die japanische Handball-Nationalmannschaft übernimmt, will sich DHB-Vize Hanning schnellstmöglich mit Uwe Schwenker (Präsident der Handball-Bundesliga) und Wolfgang Sommerfeld (DHB-Sportdirektor) zusammensetzen, um zunächst eine Long- und danach eine Shortlist mit Kandidaten zu erstellen.

Auf der dürften dann neben Gislason auch der Flensburger Ljubomir Vranjes (wollte sich am Freitag zu dem Thema nicht äußern), Frauen-Nationaltrainer Michael Biegler oder Markus Baur (TVB Stuttgart) kaum fehlen. Geeignet für das Amt wäre zudem der ehemalige Hamburger Erfolgscoach Martin Schwalb. Einzig eine Doppelrolle wie im ersten Amtsjahr Sigurdssons, als dieser von 2014 bis 2015 parallel Trainer der Füchse Berlin war, schließt Hanning aus. "Nicht mit mir", sagt er. "Das ist für Verband und Verein nicht tragbar, wird unserem Anspruch, eine gute WM im eigenen Land 2019 zu spielen und Olympiasieger 2020 zu werden, nicht gerecht."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 05.11.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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