KN: Weinhold droht Saisonaus

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Sonntag, 07.02.2016 // 13:45 Uhr

Neumünster. Rückraumspieler Steffen Weinhold vom THW Kiel hat sich bei der Europameisterschaft in Polen schwerer verletzt als bisher angenommen. Der Linkshänder erlitt einen Muskelabriss im Adduktorenbereich, zuvor war von einem Muskelbündelriss die Rede.

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Die EM und die auch daraus resultierenden hohen Belastungen für die Topspieler der Handball-Bundesliga waren nicht nur aus diesem Grund eines der großen Themen beim alljährlichen Handball-Treff des Verbandes schleswig-holsteinischer Sportjournalisten in Neumünster.

"Die TV-Quoten und Medientermine der Nationalmannschaft zeigen, welches Potenzial im Handball steckt", sagte Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt. "Die Nationalmannschaft kann unser Motor sein. Unsere Aufgabe ist es nun, das mit Bedacht zu nutzen." In den vergangenen Tagen gab es bereits Gespräche zwischen Schmäschke und THW-Geschäftsführer Thorsten Storm, heute am Rande des All-Star-Games in Nürnberg werden die Manager aller Bundesligaklubs zusammensitzen und besprechen, wie die entstandene Begeisterung genutzt werden kann. "Der THW und die SG machen schon viel richtig, wir sind Zugpferde des deutschen Handballs", sagte Storm. Doch der Erfolg der deutschen Handballer sei teuer erkauft, meinte Storm. "Wir zahlen jetzt einen Teil der Zeche."

Statt der zunächst prognostizierten acht Wochen Pause droht Steffen Weinhold wegen eines Muskelabrisses im Adduktorenbereich das Saison-Aus. "Er wird sehr, sehr lange ausfallen. Das ist extrem bitter für uns", sagte Storm. Der damalige THW-Torhüter Andreas Palicka hatte dem Klub im Jahr 2009 mit einer ähnlichen Verletzung acht Monate lang gefehlt. Storm sagte: "Wir müssen unsere Spieler besser schützen."

34 Bundesligaspieltage, bis zu sechs DHB-Pokal-Partien, 16 bis 20 in der Champions League, dazu Länderspiele bei EM, Olympia, Supercup und Qualifikation - die Topstars kommen in einem Olympiajahr mittlerweile auf bis zu 100 Spiele. Gislason: "Wir hatten früher 50." Für die Klubs, die national und international vertreten sind, eine beinahe nicht auszuhaltende Belastung. "Das wird auch die Nationalmannschaft treffen. Am Ende der EM war Henrik Pekeler der einzige, der vorher Champions League gespielt hat, alle anderen waren verletzt - und er hat erst im November in der Champions League angefangen", sagte THW-Trainer Alfred Gislason. Sein Flensburger Kollege Ljubomir Vranjes sieht darin ebenfalls ein großes Problem. "Wir müssen die Spiele besser verteilen und unbedingt 16 Spieler in der Bundesliga einsetzen dürfen", sagte der Schwede.

Es müsse sich dringend etwas ändern, da sind sich alle einig. "Wir wollen im nächsten Jahr 16 Topstars und vier Ergänzungsspieler haben", brachte Storm die mittelfristigen Planungen des THW auf den Punkt. Nur so sei es möglich, die Belastungen innerhalb der Mannschaft besser zu verteilen. "Die Fitness wird die Meisterschaft entscheiden", prophezeite er. "Die HBL ist die einzige Liga Europas, in der nur 14 Spieler eingesetzt werden dürfen", ergänzte Gislason. "Das ist absolut unverständlich."

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 05.02.2016)

 

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