KN: Zwei Brüder, ein Traum

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Montag, 25.07.2016 // 09:02 Uhr

Straßburg. Furchteinflößend: René Toft Hansen läuft in Straßburg mit Kompressions-Strumpfhosen und Bandage aufs Feld. Fühlt sich besser an. Gibt ein gutes Gefühl. Dazu schwarze Schuhe: Sieht aus wie ein Krieger. Das ist eh wieder so ein Wunder.

René Toft Hansen freut sich auf Olympia mit Bruder Henrik

Am 27. Dezember hatte sich der 31-jährige Däne im Spiel des THW Kiel beim Bergischen HC einen Kreuzbandriss zugezogen. Rund sechseinhalb Monate später war der Kieler Kapitän, Kreisläufer und Abwehrriese wieder da. "Ich kann es selbst kaum glauben. Ich habe alle Trainingseinheiten mitgemacht, es läuft super, ich fühle mich richtig gut", sagt Toft Hansen am Rande des "EuroTournoi" im Spielerhotel. Er grinst dabei, die Augen lachen, dass es kaum zu beschreiben ist.

Das liegt auch an einem Traum, den sich René und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Henrik, der für die SG Flensburg-Handewitt spielt, jetzt erfüllen. "Das ist so schön, nur Olympia hat uns noch gefehlt." In Straßburg spielen die Toft-Brüder so, als sei zusammen, was einfach zusammengehört. Gemeinsam versperren sie im Innenblock die Wege des Gegners, wenn Henrik nicht gerade vorgezogen Kreise stört. Europameister waren sie schon (2012), wurden auch gemeinsam Vize-Weltmeister (2013), mit AG Kopenhagen dänischer Meister und Pokalsieger. Sie schafften es nach Köln ins Final Four der Champions League. Nur dieses eine Ziel, die Olympischen Spiele, das fehlte noch als Brüder-Abenteuer, denn bei den Spielen 2012 in London stand nur René im Kader.

"René spielt bei uns eine große Rolle. Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus", sagt Dänemarks Nationalcoach Gudmundur Gudmundsson über den zwei Meter großen Kieler Rückkehrer. Der will Rio de Janeiro genießen, Wettkämpfe anderer dänischer Athleten anschauen und mit seiner Mannschaft das Halbfinale erreichen. Mindestens. In Kiel wird er nur Ende des Monats noch einmal sein. "Für einen Tag, ... ein Tag in sechs Wochen", sagt Toft Hansen. "Das ist schwierig." Schwierig, weil er so lange so weit weg ist von Ehefrau Kathrine und der zweijährigen Julie. "Die weiß schon: Papa spielt Handball und ist darum so oft weg von zu Hause." Papa spielt Handball, bei den Olympischen Spielen. Papa und Onkel Henrik erfüllen sich ihren großen Traum.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 25.07.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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