Olympia: Deutschland holt Bronze!

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Sonntag, 21.08.2016 // 15:29 Uhr

Drei Bronze-Medaillen für den THW Kiel: Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und Andreas Wolff haben mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft das Spiel um die Medaille gegen Polen gewonnen. Nach Problemen in der Anfangs-Viertelstunde dominierten die "Bad Boys" die Partie und gewannen klar mit 31:25 (17:13). Die Kieler spielten in dieser entscheidenden Begegnung eine große Rolle: Wolff hielt zwölf Bälle, Weinhold spielte eine grandiose zweite Hälfte und erzielte drei Tore, und Patrick Wiencek machte mit seinen fünf Treffern alles klar. Glückwunsch zur Bronzemedaille!

Nervöser Beginn

Beide Mannschaften begannen nach den Halbfinal-Krimis mit enttäuschendem Ausgang nervös. Fehler auf beiden Seiten prägten die erste Viertelstunde, in der Patrick Wiencek mit einem Kracher die 2:0-Führung der Polen beim 4:4 ausglich, Polen aber mit einem 3:0-Lauf innerhalb von nicht einmal 90 Sekunden auf 8:5 davongezogen war. Bundestrainer Dagur Sigurdsson reagierte sofort mit der Auszeit und unterbrach damit den Lauf von Bielecki, Lijewski & Co. Steffen Weinhold holte einen Siebenmeter heraus, den Gensheimer sicher verwandelte. Drux zog durch, und wenig später markierte Gensheimer nach einem tollen Lemke-Pass das 8:8. Und die DHB-Auswahl machte weiter Druck: Die Defensive ackerte gegen den starken polnischen Rückraum und das Kreisspiel um jeden Zentimeter, und vorn wurden die Chancen nun konsequenter verwertetet: Erneut Drux und der Kieler Weinhold, der sich in Unterzahl durchsetzte, brachten Deutschland beim 10:8 erstmals mit zwei Toren in Führung.

Vier-Tore-Führung zur Pause

Sieben Minuten blieb die deutsche Mannschaft in dieser Phase ohne Gegentor, ehe Jurecki vom Kreis traf. Aber die "Bad Boys" legten nach: Andreas Wolff bediente Reichmann mit einem weiten Pass zum 11:9, der kurz darauf erneut per Gegenstoß und tollem Dreher das 12:9 erzielen konnte. Deutschland war drin in diesem Bronze-Match und kämpfte um jede Möglichkeit. Wie Patrick Wiencek, der mit einem spektakulären Steal den Grundstein für Gensheimers 14:10 (28.) legte. Ein 9:2-Lauf, der die Polen beeindruckte. Auch, weil Reichmann kurz vor dem Pausenpfiff mit einem spektakulären Tor aus dem "Null-Winkel" die Vier-Tore-Führung verteidigte - mit einem 17:13 ging es in die Kabine.

Deutschland dominiert

Nach dem Wechsel sorgte die deutsche Mannschaft schnell für Klarheit auf dem Feld und unterstrich eindrucksvoll ihren Willen, eine Medaille mit nach Hause nehmen zu können. Patrick Wiencek erzielte mit einem tollen Treffer das 18:14, und dann drehte Steffen Weinhold richtig auf: Erst setzte er sich im Eins-gegen-Eins zum 19:14 durch, dann bediente er mit einem Traumpass Reichmann zum 20:15, dem er ein fantastisches Anspiel auf Pekeler zum 22:16 folgen ließ. Und Andreas Wolff? Der Kieler Keeper hielt, was es zu halten gab. Und die DHB-Auswahl dankte es mit dem 25:18 durch Reichmann (43.). 17 Minuten vor dem Ende war der Kurs Bronze klar eingeschlagen.  

Wiencek macht alles klar

Ein wenig Zittern war trotzdem angesagt, weil die DHB-Auswahl ein paar Minuten lang die Zügel schleifen ließ und Polen auf 23:27 (54.) verkürzen konnte. Doch Patrick Wiencek machte jetzt alles klar: Er traf zum wichtigen 28:23 (55.) und startete mit einem Doppelschlag kurz vor Schluss die Feierlichkeiten der deutschen Handball-Nationalmannschaft, die nach Silber 2004 endlich wieder eine Medaille von den Olympischen Spielen mit nach Hause bringen wird - zum ersten Mal überhaupt eine Bronzemedaille. "Nach der Enttäuschung von Freitag war das mental unglaublich schwer", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson, der nach dem Europameistertitel die "Bad Boys" zum zweiten großen Erfolg in 2016 führte. "Das, was meine Jungs heute geleistet haben, war überragend. Hut ab!" Andreas Wolff kündigte eine große Feier an: "Wir haben ein großartiges Turnier gespielt und sind zurück in der Weltspitze. Darauf können wir stolz sein - das Deutsche Haus kann sich auf uns freuen!"

Olympia, Spiel um Bronze: Polen-Deutschland: 25:31 (13:17)

Polen: Szmal (0 Paraden), Wyszomirski (16/1 Paraden); Lijewski (5), Jachlewski (2), Krajewski (5/1), Bielecki (3/2), Wisniewski, Bartosz Jurecki (2), Michal Jurecki , Syprzak (1), Jurkiewicz (3) Daszek (3), Kus, Szyba
Deutschland: Heinevetter (1/1 Paraden), Wolff (12 Paraden); Gensheimer (6/3), Lemke, Wiencek (5), Reichmann (7), Wiede (2), Pekeler (1), Fäth, Strobel, Weinhold (3), Häfner, Kühn (4), Drux (3)

Siebenmeter: Polen: 4/3 (Heinevetter hält Bielecki) / Deutschland: 4/3 (Wyszomirski hält Gensheimer)
Zeitstrafen: Polen: 5 (Jachlewski, Jurkiewicz, Syprzak, Bielecki, B. Jurecki) / Deutschland: 5 (Lemke, Weinhold, Wiencek, Kühn, Reichmann)
Zuschauer: ca 8.000 (Future-Arena, Rio de Janeiro (BRA)

 

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