ZEBRA: Rune Dahmke - Der waschechte Kieler

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Samstag, 12.03.2016 // 17:39 Uhr

Auf ihn musste die Landeshauptstadt über ein Jahrzehnt warten: Mit Rune Dahmke spielt seit 2014 wieder ein waschechter Kieler bei den "Zebras" und sorgt auch in der Nationalmannschaft für ein neues "Kiel-Gefühl".

Aus Mönkeberg zum THW Kiel

Dieser Artikel ist im Arena-Magazin "ZEBRA" zum Heimspiel gegen die Füchse Berlin erschienen.

Aus Mönkeberg zum THW Kiel. Der Linksaußen Rune Dahmke hat mit seinen 22 Jahren das geschafft, wovon so manch ein junger Handballer träumt - und das nicht nur in Kiel, Dahmkes Heimatstadt. Der 1,90 Meter große Dahmke steht in seinem zweiten Jahr beim erfolgreichsten deutschen Handballverein unter Vertrag und spielte sich spätestens bei der Europameisterschaft in Polen auch in die Herzen der Handball-Fans in ganz Deutschland - als alleiniger Linksaußen des DHB-Teams. "Ich kenne es aus dem Verein, ins kalte Wasser geworfen zu werden", sagte er nach der Verletzung von DHB-Stamm-Flügelflitzer Uwe Gensheimer kampfbereit und zahlte das uneingeschränkte Vertrauen, das er von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bekam, mit Zins und Zinseszins zurück. Die Situation, sich ohne Positionspartner zu behaupten, war für ihn wahrlich keine unbekannte. Ähnlich lief es zuvor auch bei den "Zebras" ab. Am Anfang der laufenden Saison laborierte Dominik Klein noch an seinem Kreuzbandriss, und das Verletzungspech machte auch vor dem Neuzugang Torsten Jansen nicht halt. Die Folge: Bis zur Nachverpflichtung von Dragos Oprea kämpfte Rune Dahmke bravourös alleine auf der linken Außenbahn, und das in seinem erst zweiten Jahr als Profi.

Rune Dahmke über...

... ALTER: Ich bin einer der jüngsten Spieler in unserem Team. Aber das spielt eine geringere Rolle, als ich vor meinem Wechsel zu den Profis dachte. Man braucht natürlich eine gewisse Hierarchie innerhalb der Mannschaft, um für den nötigen Respekt zu sorgen, aber am Ende geht es bei uns ganz allein um das Sportliche.

... TEENIE-IDOL: Ich finde es natürlich sehr schön, dass uns die Kieler Fans alle so tatkräftig unterstützen und hinter uns stehen – das hilft uns wirklich immer sehr. In manchen Fällen treibt das - nicht nur bei mir - aber auch mal seltsame Blüten und das zieht dann ein klein wenig den Spott der Teamkollegen nach sich ...

... KIEL: Kiel ist meine Heimatstadt. Es ist wirklich perfekt, dass ich es jetzt als Profispieler zu dem Verein geschafft habe, zu dem ich schon immer aufgeschaut habe. Außerdem habe ich hier in Kiel viele Freunde.

... RATHAUSPLATZ: Meine erste Meisterfeier auf dem Rathausplatz als Spieler war etwas ganz Besonderes und hat alle meine Erwartungen übertroffen. Ich erinnere mich immer wieder sehr gerne daran zurück. Man hat bei allen Spielern die Freude darüber gemerkt, dass die Saison vorbei ist und was wir alle zusammen geschafft haben. Den Rap mit Steffen Weinhold haben wir am Nachmittag vor dem Spiel geübt, und ich hatte den Text dann auf meinem Handy mit auf der Bühne.

... TRICKWÜRFE: Die gehören bei mir als Außenspieler jetzt auf jeden Fall dazu. Ich habe ja bis zur A-Jugend noch im linken Rückraum und auf der Mitte gespielt… Die Dreher von Uwe Gensheimer sind zum Beispiel schon etwas Besonderes. Je mehr Wurfvariationen man auf Außen hat, desto unberechenbarer ist man als Spieler.

"Der THW ist der größte Verein"

Rune Dahmke jubelt auch im DHB-Trikot

Das "Zebra"-Gen hat der Immobilienkaufmann schon zur Geburt mit in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater Frank spielte bereits von 1981 bis 1991 für die Schwarz-Weißen, und so war es klar, wo auch Rune einmal landen wollte: In eben jenem Trikot, das in Kiel an Spieltagen wichtiger zu sein scheint als alles andere. Mit 15 Jahren kam Dahmke vom SV Mönkeberg zum THW Kiel und schaffte es über die B- und A-Jugend, das U-23-Team und ein Zweitspielrecht beim TSV Altenholz in den Profikader des THW Kiel. Und aus diesem ist er nicht erst seit seinen Auftritten im DHB-Trikot nicht mehr wegzudenken. So kam es nicht überraschend, dass der im Sommer auslaufende Vertrag mit ihm im Herbst bis 2020 verlängert wurde. "Für mich ist und war der THW der größte Verein", erzählt der Rechtshänder mit leuchtenden Augen. "Es war immer mein Traum, das schwarz-weiße Trikot in der Sparkassen-Arena zu tragen. Deshalb war ein Wechsel zu einem anderen Club für mich überhaupt keine Option." Mit seinem Aufstieg ins Handball-Oberhaus und den überzeugenden Auftritten im DHB-Dress ist auch der Bekanntheitsgrad noch einmal rasant gestiegen.

Eintrag ins Goldene Buch

Große Ehre: Steffen Weinhold, Christian Dissinger und Rune Dahmke trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Kiel ein.

Hier zeigt sich noch ein Vorteil, den man als stadtbekannter Handballer in Kiel genießt: Die nordische Zurückhaltung der Fans, wenn die Mitglieder der "Zebra-Herde" einmal nicht in schwarz-weißer Mission unterwegs sind. "Man wird schon ab und zu höflich angesprochen. Aber der THW Kiel gehört so dermaßen zu dieser Stadt, dass Handball-Spieler in der Fußgängerzone, im Restaurant oder Café nichts Besonderes sind."Und nicht nur der Verein gehört zu Kiel wie die Ostsee, Möwen und Fischbrötchen. Auch Rune Dahmke hat sich mit Leidenschaft und norddeutschem Charme einen festen Platz in der Landes- und Handballhaupstadt erkämpft und durfte dies nach dem gewonnenen Europameistertitel auch schriftlich fixieren. Neben seiner Vertragsverlängerung war das Eintragen in das Goldene Buch der Stadt Kiel die zweite Unterschrift von großer Bedeutung, die Dahmke in den vergangenen Monaten setzen durfte.

Ein Kieler Jung' erobert die Handball-Welt

Die erste Meisterschaft für Rune Dahmke - ein Meilenstein

Damit ist er mit seinen "Bad boys"-Kollegen Steffen Weinhold und Christian Dissinger in so illustrer Gesellschaft großer Persönlichkeiten wie Queen Elizabeth II., Königin Silvia von Schweden oder den Kieler Handball-Weltmeistern von 2007. Bis vor zwei Jahren stand er noch als Besucher auf dem Rathausplatz, wenn die "Zebras" ihre Titel mit den Fans feierten, heute hat Rune Dahmke sich einen Platz auf der anderen Seite erarbeitet - und lebt seinen Traum: Ein Kieler Jung' erobert die Handball-Welt. Und zu dieser Erfolgsgeschichte "Made in Schleswig-Holstein" werden in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch einige Kapitel dazukommen.

(Aus dem Arena-Magazin "ZEBRA" zum Heimspiel gegen die Füchse Berlin)

 

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