Emil freut sich auf den THW Kiel

Emil Frend Öfors freut sich auf den THW Kiel. Foto: Daniel Vandor
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Freitag, 14.07.2017 // 09:57 Uhr

Sonntag geht's für Emil Frend Öfors nach Kiel: Der 22-jährige schwedische Nationalspieler ist das neueste Mitglied der Zebraherde, wird künftig mit der Nummer "21" gemeinsam mit Rune Dahmke die Linksaußen-Position beim deutschen Rekordmeister THW Kiel bekleiden. Kurz vor der Abreise nach Kiel haben wir mit dem THW-Neuzugang ein Kurz-Interview geführt und stellen Rechtshänder ein wenig vor. 

Alingsås ist stolz auf Emils Entwicklung

Der Wechsel des 1,93 Meter großen Schweden zum THW Kiel hat in Deutschland und mehr noch in Schweden für Aufmerksamkeit gesorgt. "Emil hinterlässt im Verein große Spuren und hat bewiesen, was für ein feiner Handballer er ist. Wir sind richtig stolz über seine Entwicklung. Dass ein Topklub wie Kiel ein Auge auf unsere Spieler wirft, belegt auch, dass wir vieles richtig machen", sagte Christer Mårtensson, Direktor von Alingsås HK, gegenüber lokalen Medien. 

Karriere begann als Torhüter

Der heute 22 Jahre alte Linksaußen begann seine handballerische Karriere beim IFK Tumba - als Torhüter. Schwedens Nationaltorhüter Mikael Aggefors hatte den jungen Emil unter seine Fittiche genommen, erst im Alter von zwölf Jahren wechselte er ins Feld. Mit Erfolg: Mit Tumba wurde Emil Frend Oförs, dessen Vater Mikael, Mutter Anna-Karin und Bruder Jesper ebenfalls handballbegeistert sind, zweimal schwedischer Juniorenmmeister. Sein Mitspieler Henrik Olsson, heute 23-jähriger Sohn von Ex-Zebra-Legende Staffan, weckte in Emil Frend Oförs die Begeisterung für den THW: "Natürlich wurde der THW Kiel meine Lieblingsmannschaft im Ausland. Jetzt wird mein Traum wahr, einmal für den THW Kiel zu spielen", sagt der Linksaußen. "Der THW Kiel hat eine großartige Geschichte, und viele der größten Spieler Schwedens trugen einst das THW-Trikot. Jetzt darf ich es auch tragen - das ist etwas ganz Besonderes."

"War ein wenig eifersüchtig"

Nach seinem Wechsel von Tumba zu Alingsås HK ging es mit der Karriere von Emil Frend Oförs weiter voran. Mit dem Club, für den einst auch Marcus Ahlm und Johan Pettersson spielten, erreichte er dreimal das schwedische Meisterschaftsfinale. "Diese drei Jahre waren klasse, alle im Club haben mir geholfen, mein Spiel zu entwickeln und ein besserer Handballspieler zu werden." Diese Entwicklung führte Emil Frend Öfors im Januar 2017 in die schwedische A-Nationalmannschaft: Beim 37:29-Testspielerfolg gegen Norwegen erzielte der Rechtshänder drei Treffer und fuhr anschließend mit dem Team zur Weltmeisterschaft in Frankreich. "Bei der Nationalmannschaft habe ich gemeinsam mit Niclas Ekberg und Lukas Nilsson gespielt. Und ich muss zugeben, dass ich ein bisschen eifersüchtig auf die beiden war - schließlich durften beide im Club bereits das THW-Trikot tragen", erzählt Frend Öfors mit einem Schmunzeln. "Es ist großartig, dass ich jetzt mit den beiden und allen anderen großartigen Handballern für den THW Kiel und vor den fantastischen Fans in der Sparkassen-Arena spielen kann. Ich freue mich riesig auf die kommende Saison und die Spiele in der stärksten Liga der Welt, im DHB-Pokal und in der Champions League."

Anruf traf Emil "wie ein Blitz"

Für den Linksaußen hatte die Kontaktaufnahme mit dem deutschen Rekordmeister beinahe schon etwas Unwirkliches, traf sie ihn doch wie ein "Blitz aus heiterem Himmel. Als ich die Anfrage bekam, war ich echt überrascht, habe sie fast nicht verstanden. Hoffentlich wird die Entscheidung, nach Kiel zu gehen, ein ähnlicher Glücksgriff wie der vor drei Jahren, als ich in Alingsås unterschrieben habe", verriet das Sprungwunder auf der Homepage seines bisherigen Arbeitgebers. "Eigentlich war ich auf ein weiteres Jahr bei Alingsås HK eingestellt. Als dann aber Kiel anfragte, musste ich ein wenig umdenken. Ich fühlte mich unglaublich geehrt." In 90 Erstliga-Spielen traf Emil Frend Öfors 257 Mal ins gegnerische Netz und erreichte in jeder Spielzeit mit dem Verein das schwedische Meisterschaftsfinale. Wie bei den Tre Kronor, für die Frend Öfors in bisher 12 Partien 20 Tore warf, wird er auch in der Zebraherde das Trikot mit der 21 überstreifen. Den Urlaub auf der Insel Öland kürzte er kurzerhand von gut drei Wochen auf eine, um am kommenden Sonntag an die Förde zu reisen und sich Tags darauf pünktlich zum Trainingsauftakt der THW-Familie anzuschließen.

Text: Dr. Oliver Schulz / Foto: Daniel Vandor