WM 2017: Die "Bad Boys" geben sich bescheiden

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Sonntag, 01.01.2017 // 08:27 Uhr

Europameister Deutschland hat sich bei der Weltmeisterschaft einen Platz unter den ersten Sechs zum Ziel gesetzt. Die Vorbereitung auf auf das Turnier in Frankreich fällt mit nur zwei Tests kurz aus - der Beginn der Abschiedsmission von Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

Sigurdssons Mission endet

Folgt auf das Wintermärchen von Polen die Fortsetzung in Frankreich? Das ist die Frage, die die Handballfans nicht nur in Kiel bewegt. Was folgt auf den EM-Titel in Krakau und Olympiabronze in Rio? Die Ausgangslage ist inzwischen eine ganz andere als im Vorjahr, als die selbst ernannten "Bad Boys" als krasser Außenseiter nach Polen gefahren waren. Nach der Auftaktniederlage gegen Spanien folgten sieben Siege in Serie inklusive des historischen Finaltriumphs gegen die Spanier.
Seither gab es nicht nur Bronze bei Olympia, sondern auch diverse Rücktritte und Verletzungen von Nationalspielern sowie die Ankündigung von Bundestrainer Dagur Sigurdsson, nach der WM aufzuhören, in seine Heimat Island zu ziehen und Nationaltrainer von Japan (Olympia-Gastgeber von 2020) zu werden. Zwei Jahre, nachdem er die DHB-Auswahl mit dem Erreichen der Viertelfinals von Katar und später Rang sieben zurück an die Weltspitze führte, endet Sigurdssons Mission auch wieder bei einer Weltmeisterschaft.

Kernproblem Personal

Das Kernproblem könnte aber das Personal sein: Die beiden Linkshänder Steffen Weinhold und Fabian Wiede fehlen verletzt, dazu kommen in Hendrik Pekeler, Martin Strobel und "Zebra"Christian Dissinger drei Europameister, die sich - vorerst - aus der Nationalmannschaft abgemeldet haben. Dennoch ließ sich Pekeler - genau wie auch Flensburgs bereits lange zuvor zurückgetretener Linkshänder Holger Glandorf - überreden, für den Fall der Fälle bereit zu stehen. Beide finden sich in Sigurdssons 28er-WMKader, der am 12. Januar final auf 16 Spieler reduziert werden wird.
 "Für nahezu alle Nationalmannschaften wäre der Verlust solcher Stammkräfte wie Pekeler, Dissinger, Wiede, Weinhold und Strobel kaum zu verkraften. Aufgrund unserer Leistungsdichte sind wir trotzdem zuversichtlich, diese Ausfälle ähnlich wie bei der Europameisterschaft im vergangenen Januar kompensieren zu können. Wir haben einen guten Kader, das ist gar keine Frage. Aber die Mannschaft muss zeigen, dass wir ohne diese Spieler auskommen. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen", sagte Sigurdsson bei der Präsentation des Kaders Mitte Dezember. "Die Vorbereitung auf diese WM ist kürzer als je zuvor. Uns erwartet ein intensives Programm. Wir werden deshalb sehr fokussiert arbeiten müssen", fordert der Isländer.

Ziel: Unter die besten Sechs

Ziel von Sigurdsson in Frankreich ist "eine bessere Platzierung als bei der letzten WM. Das würde mir das Gefühl geben, dass ich etwas bewegt habe. Ich will dort einen guten Abschluss und mindestens die top Sechs erreichen. Wenn wir dahin kommen, dann ist mit dieser Mannschaft alles möglich." Dass er trotz der Ausfälle seinen typisch-isländischen Optimismus nicht verloren hat, liegt an der Breite des Kaders: "Wir haben bei Olympia in Rio Bronze geholt. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht auch im Januar gut spielen sollten." Den größten Konkurrenten im Kampf um die Medaillen sieht er in Gastgeber Frankreich ("zu Hause schwer zu knacken§). Daneben zählt er Dänemark, Spanien und Kroatien zu den Topteams: "Und vielleicht eine weitere Mannschaft aus Skandinavien, vielleicht Island."

(Aus dem THW-Arena-Magazin "Zebra" zum Heimspiel gegen den Bergischen HC am 26.12.2016)

 

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