KN: Achillesferse 3 und 4?

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Mittwoch, 26.07.2017 // 13:10 Uhr

Kiel. Das Team des THW Kiel für die Ende August beginnende neue Saison steht. Am Mittwoch posierten die Handballer um Coach Alfred Gislason für das aktuelle Mannschaftsfoto. 18 Profis, angeordnet in drei Reihen. Dabei wird es bleiben. Oder? Zufrieden sind die Verantwortlichen des Rekordmeisters nur fast. Der Grund: Im Abwehr-Mittelblock fehlen die Alternativen.

Risikofaktor Abwehr-Mittelblock

Die Rollen im Zentrum des Defensivgeschehens sind klar verteilt: zwei Chefs, ein "Azubi" (Gislason). Die Chefs sind Patrick Wiencek (28) und René Toft Hansen (32). Hinter den beiden Kreisläufern steht Neu-Profi Sebastian Firnhaber (23) bereit. Eine optimale personelle Ausstattung sieht für THW-Trainer Alfred Gislason allerdings anders aus: "Die Positionen drei und vier in der Abwehr - da gehen wir ein Risiko ein. Da haben wir nur Patrick und René, die dürfen sich nicht verletzen. Sebastian Firnhaber muss in die Rolle erst hineinwachsen. Das ist alles ein bisschen wackelig", sagt der Isländer. Für den kommenden Sommer wurde Nationalspieler und Defensiv-Experte Hendrik Pekeler (26) von den Rhein-Neckar Löwen verpflichtet. Der Kreisläufer würde perfekt ins Gislason-Gefüge hineinpassen. "Darum wäre es gut gewesen, wenn wir Hendrik Pekeler schon jetzt hätten verpflichten können. Jetzt noch für diese Saison einen Spieler zu finden, wird schwierig", so Gislason.

Auch THW-Geschäftsführer Thorsten Storm ist sich der Problematik im Innenblock bewusst. "Dort fehlt uns ein Spieler. Insgesamt haben wir ja nur sieben, acht Spieler, die richtig gut in der Abwehr sind. In den entscheidenden Partien müssen Wiencek und Toft Hansen also immer durchspielen, und das könnte unsere Achillesferse werden." Die Bemühungen, den Europameister vorzeitig schon in diesem Sommer an die Förde zu locken, waren da, auch Hendrik Pekeler selbst war nach Informationen unserer Zeitung nicht abgeneigt. Doch alle Anstrengungen seitens des THW wurden im Keim erstickt. In erster Linie, weil die Löwen Wunsch-Spieler Ilija Abutovic nicht von Champions-League-Sieger Vardar Skopje loszueisen vermochten und sich mit "B-Lösung" Kristian Bliznac (Elverum Handball) als Ergänzung für die Abwehr-Spezialisten Pekeler und Gedeon Guardiola begnügen mussten. "Die Löwen wollten über Pekeler nicht einmal Gespräche führen, weil er bei ihnen Schlüsselspieler in der Abwehr ist", so Storm. Bleibt also abzuwarten, ob noch einmal Bewegung in den Transfermarkt und die Deckung der Zebras kommt.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 21.07.2017, Foto: Sascha Klahn)