KN: Stühlerücken mit Prokop und Biegler?

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Donnerstag, 26.01.2017 // 07:21 Uhr

Köln. Nach dem bitteren WM-Aus der „Bad Boys“ ist die Bundestrainerfrage geklärt – doch von Ruhe und Ordnung im deutschen Handball kann keine Rede sein. Christian Prokop wird Nachfolger von Dagur Sigurdsson, im Grundsatz sind sich nach Informationen des Sportinformationsdienstes in Köln alle Parteien einig. Die Personalie birgt jedoch nach wie vor großes Konfliktpotenzial, weil sie ein heikles Stühlerücken in Gang setzt.

Prokop übernimmt demnach am 1. April das höchste Traineramt im deutschen Handball und bleibt in Personalunion noch bis zum 30. Juni Coach des Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Michael Biegler, der die deutschen Frauen bei der Heim-WM im Dezember als Bundestrainer ins Halbfinale führen soll, übernimmt am 1. Juli in Personalunion Prokops Job in Leipzig. So ganz ohne Nebengeräusche gehen die Personalrochaden im größten Handballverband der Welt aber nicht über die Bühne.

Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig hat seinem Trainer Prokop bislang die offizielle Freigabe verweigert, obwohl der DHB für seinen Wunschkandidaten angeblich eine halbe Million Euro nach Sachsen überweist. Angeblich stimmen aber noch nicht alle Rahmenbedingungen, die Leipzig mit Bieglers Engagement verbindet: Der Schwerpunkt seiner Arbeit soll demnach auf den Männern liegen, nicht auf den Frauen – was sich nicht unbedingt mit den Vorstellungen des DHB deckt.

Überhaupt Biegler: Der Rheinländer galt nicht wenigen Experten als geeigneter Nachfolger für Sigurdsson. Doch dieser, so heißt es, habe sich eine langfristige Zusammenarbeit mit Bob Hanning nie vorstellen können. Wohl auch deshalb ist Bieglers Vertrag als Bundestrainer der Frauen nur auf das Projekt WM 2017 ausgerichtet – danach ist unwiderruflich Schluss.

Der DHB wollte die Personalrochaden am Dienstag zunächst weder bestätigen noch dementieren. Und auch in Leipzig wird vorläufig weiter gemauert.

(Aus den Kieler Nachrichten vom 25.01.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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