KN: Ole Rahmel - Der Mann von der Insel

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Sonntag, 19.03.2017 // 08:27 Uhr

Kiel/Norderney. Eine herzliche Umarmung, eine Insel und ein armes Schwein. Was das mit dem Handball-Bundesligisten THW Kiel zu tun hat? Dazu später mehr. Die Zebraherde bekommt im Sommer Zuwachs. Am Ende war es nur noch Formsache, und wie bereits an anderer Stelle in dieser Zeitung berichtet, verpflichtet der Handball-Rekordmeister den 27-jährigen Rechtsaußen Ole Rahmel vom Ligakonkurrenten HC Erlangen zur neuen Saison. Der Nationalspieler (3 Spiele/3 Tore) unterschreibt an der Förde einen Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2019, wie der Verein am Freitag mitteilte.

Rahmel schließt ab Sommer die Lücke auf Rechtsaußen

Erst am Donnerstag hatte THW-Routinier Christian Sprenger sein Karriereende und den Wechsel auf die Position des Jugend-Koordinators verkündet. Nun steht fest, dass Rahmel die Lücke füllen und im Duo mit Niclas Ekberg erneut ein deutsch-schwedisches Gespann auf Rechtsaußen bilden wird.

THW-Trainer Alfred Gislason weiß, wen er da holt. Der Isländer machte den 17-Jährigen 2007 beim VfL Gummersbach vom A-Jugendlichen zum Profi, verlor ihn nie aus den Augen. "Ole hat sich super entwickelt, ein stabiler und guter Spieler, im Angriff wie in der Abwehr. Nicht umsonst ist er im erweiterten Kader der Nationalmannschaft", so Gislason. Besonders Rahmels Fähigkeit, in der Abwehr auch auf der Halbposition zu decken, streicht der Coach heraus.

Mit dem 1,90 Meter großen Linkshänder, der in Gummersbach EHF-Cup- und Europapokalsieger der Pokalsieger wurde, später TuSEM Essen als Torschützenkönig aus der Zweiten Liga ins Oberhaus warf und derzeit mit 124 Treffern auf Rang fünf der Bundesliga-Torschützenliste liegt, stößt nun der sechste deutsche Nationalspieler zu den Zebras. "Das ist ein Zeichen der großen Qualität, die wir im deutschen Handball derzeit haben", sagt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm am Freitag.

Ein Freitag, an dem Rahmel die Sonne auf seiner Heimatinsel Norderney bei den Eltern und der Großmutter genießt. "Die Insel", sagt er wie selbstverständlich, wirkt gelöst darüber, dass das, worauf er sich schon so lange freuen durfte, endlich offiziell sei. "Das ist gigantisch, manchmal muss ich mich noch zwicken", sagt Rahmel und erinnert sich noch ganz genau an den Moment, der alles veränderte, an den 12. November 2014 in der Kieler Sparkassen-Arena: "Das war ein sehr emotionaler Moment: Wir hatten gerade mit Erlangen mit einem Tor in Kiel verloren (22:23, d. Red.), Alfred nahm mich in den Arm, gratulierte mir zu meiner Entwicklung und fragte, ob ich mir eine Zukunft in Kiel vorstellen kann. Eben noch im Tal der Tränen und dann das..."

Rahmel traf sechsmal, führte den HC fast zur Sensation, und schon bald wird der gebürtige Ostfriese und Wahl-Franke Kiel von einer ganz anderen Seite kennenlernen als nur aus den Erzählungen von "Katze" Katsigiannis oder seinen ehemaligen Mitspielern Moritz Weltgen und Gudjon Valur Sigurdsson. Oder aus Kindertagen, als er in der Halle seinem heutigen Berater Martin Schmidt im Zebra-Trikot zujubelte. Vielleicht lädt Rahmel seine neuen Mitspieler ja als erstes zu einem Bier ein. Die Ausbildung zum Brauer und Mälzer hat er im vergangenen Juli erfolgreich in Erlangen abgeschlossen. Nur Frida, Rahmels armes Hausschwein, muss sich die gesunde Ostseeluft abschminken. "Das Schwein bleibt in Franken auf dem Bauernhof."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 11.03.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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