ZEBRA-Serie zur EM 2018: Balkan-Mix für den DHB in der Vorrunde

Weitere
Dienstag, 02.01.2018 // 06:04 Uhr

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, denn vom 12. bis 28. Januar ist Kroatien Gastgeber der nächsten Europameisterschaft der Männer. In einer vierteiligen Serie widmet sich das ZEBRA-Magazin, das zu den Bundesliga-Heimspielen des Rekordmeisters erscheint, dem Turnier, bei dem auch zahlreiche aktuelle und ehemalige Kieler an den Start gehen werden. Der erste Teil gilt - natürlich - dem Titelverteidiger: Der deutschen Mannschaft, für die es in der Vorrunde gegen Slowenien, Montenegro und Mazedonien geht.

Drei Auswärtsspiele in der Arena Zagreb

Dieser Artikel ist im THW-Arena-Magazin ZEBRA zum Heimspiel gegen Lemgo erschienen

Deutschland als amtierender Europameister kann sich über seine Vorrundengegner bei der Europameisterschaft 2018 in Kroatien nicht beschweren: In der 15.000 Zuschauer fassenden Arena Zagreb wird ihm in der Vorrundengruppe C ein "gemischter Balkanteller" serviert. Wie immer Slowenien (mit THW-Spielmacher Miha Zarabec am 15. Januar), wie zuletzt in Kroatien (2009) und Serbien (2012) gegen Mazedonien (zum Vorrundenabschluss am 17. Januar) sowie mit der Chance auf Revanche gegen Montenegro zum Start am 13. Januar. Das sind die Aufgaben für Christian Prokop bei seinem ersten großen Turnier als Bundestrainer. "Wir sind in einer Gruppe mit Gegnern, die mit großem Nationalstolz und heißblütigen Fans die Spiele gegen uns zu Heimspielen machen werden. Deshalb hoffe ich, dass auch wir einen großen Fansupport in Zagreb stellen können", sagt Prokop, während DHB-Vizepräsident Bob Hanning schon über die Vorrunde hinausblickt: "Das ist eine schwere Aufgabe, weil wir drei Auswärtsspiele vor uns haben. In Kroatien hätten wir uns sicher einige andere Gegner lieber gewünscht. Das wird eine richtige Herausforderung, lässt uns aber auch vom Halbfinale träumen."

Slowenien sinnt auf Revanche

Miha Zarabec will mit Slowenien angreifen

Gerade die Slowenen um ihren Cheftrainer Veselin Vujovic brennen auf Revanche, nachdem sie in trauter Regelmäßigkeit die Partien bei der WM 2015, EM 2016, bei Olympia 2016 und in der Qualifikation für eben diese EM in Kroatien gegen die DHB-Auswahl verloren hatten. Wäre alles nach Plan verlaufen, hätten sich beide Teams auch im WM-Viertelfinale in Paris gegenübergestanden. Doch Deutschland patzte gegen Katar, und Slowenien sicherte sich schließlich WM-Bronze.

Die Mazedonier um Weltstar Kiril Lazarov hatten sich in der "Todesgruppe" der Qualifikation am finalen Spieltag mit einem Kantersieg gegen Tschechien das Ticket nach Kroatien gesichert. Mit 59 Treffern war Lazarov erfolgreichster Werfer der Qualifikation, gleich vor einem weiteren Balkan-Shooter, dem Montenegriner Vuko Borozan (50 Treffer) vom aktuellen Champions-League-Sieger Vardar Skopje.

Minimalziel Hauptrunde

Die Hauptrunde ist erst einmal das Minimalziel des amtierenden Europameisters Deutschland - und würde auf bekanntem Terrain ausgetragen: in Varazdin, wo man 2009 in der WM-Vorrunde spielte. Mit einer Entfernung von nur rund 80 Kilometern von Zagreb wartet keine anstrengende Reise auf die deutsche Mannschaft, wenn sie in der Vorrunde mindestens Dritter wird und sich für die Hauptrunde qualifiziert. Dort würden aber sportlich große Kaliber warten: In der Parallelgruppe D treffen der EM-Zweite Spanien, Olympiasieger Dänemark und die von Ljubomir Vranjes trainierten Ungarn aufeinander, viertes Team in dieser Gruppe sind als Außenseiter die Tschechen. Aber immerhin entginge man vor dem Finalwochenende Duellen mit Weltmeister Frankreich und Gastgeber Kroatien.

Zwei Tests gegen Island

Die nächsten (und letzten) Tests vor der EM bestreitet die DHB-Auswahl gegen Island, am Freitag, 5. Januar (Anwurf: 18.15 Uhr) in der Porsche-Arena Stuttgart, zwei Tage später, am Sonntag, 7. Januar (Anwurf voraussichtlich 14 Uhr), dann in Neu-Ulm. Vielleicht sind die Spiele gegen Island ein gutes Omen, denn vor zwei Jahren waren die "Isis" auch finaler deutscher Testgegner, bevor man anschließend in Polen Europameister wurde.

(Von Björn Pazen, aus dem Arena-Magazin "ZEBRA" zum Bundesliga-Heimspiel gegen Lemgo)