ZEBRA: Viel Lärm um Miha

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Mittwoch, 11.04.2018 // 12:10 Uhr

Ein Spiel dauert 60 Minuten, der Arbeitsalltag der Zebras indes ist deutlich länger - und spielt sich zumeist abseits des großen Rampenlichts der Handball-Arenen dieser Welt ab. Das THW-Arena-Magazin ZEBRA wirft einen exklusiven Blick ins Innere des THW Kiel. Heute: Wie verständigen sich Miha Zarabec & Co. eigentlich in einem echten Hexenkessel?

"Als sich das eine Kapitel schloss, begann das andere"

Dieser Artikel ist im Arena-Magazin zum Heimspiel gegen den VfL Gummersbach erschienen

An die 100 verschiedenen Taktiken lässt Trainer Alfred Gislason seine Jungs üben. Jeder Ablauf wird unzählige Male im Training einstudiert - verschiedene Auslösehandlungen in Angriff und Abwehr, beinahe unzählige Variationen. Vor jedem Spiel werden noch einmal rund fünf bis zehn Spielzüge an den nächsten Kontrahenten angepasst. Was passiert wann, wenn der Gegner wie reagiert? Ein bisschen mutet das wie Schach mit lebenden Figuren auf dem großen Handballfeld an.

Während Gislason sein Ensemble von der Seitenlinie aus dirigiert, obliegt es dem Spielmacher, die Zebras in die richtige Position zu bringen. Er ist der verlängerte Arm des Trainers und macht klare Ansagen. Doch das ist nicht immer ganz einfach, weiß Miha Zarabec nur zu gut: "Heute fiel es mir wirklich sehr schwer, mich bei dem Lärm im Angriff mit meinen Mitspielern zu unterhalten“, lachte der quirlige Slowene nach dem Heimspiel gegen MOL-Pick
Szeged. In einer berauschenden Atmosphäre hatte der THW Kiel den ungarischen Topklub im Achtelfinal-Hinspiel mit 29:22 in die Schranken verwiesen.

"Mit dieser Stimmung schlagen wir Real im Fußball"

Zwei mit Kieler Geschichte für die THW-Zukunft: Filip Jicha und Viktor Szilagyi

Die überschäumenden Emotionen im "Hexenkessel" Sparkassen-Arena waren Zarabec nicht verborgen geblieben: "In der zweiten Halbzeit machten wir einen dummen Fehler, doch gleich darauf hielt Niklas Landin den nächsten Ball. Anschließend war die Stimmung überragend. Dann haben wir ein schnelles Gegenstoß-Tor gemacht, und ich schaute nur auf die Fans - das war richtig geil“, erinnert sich Zarabec. Und er sagte daraufhin sofort zu Nikola Bilyk: "Heute gewinnen wir ganz sicher!" Zarabec' Hoffnung, die Stimmung möge auch gegen die Rhein-Neckar Löwen so anhalten, hat sich bereits erfüllt. Nun setzt er ("Wir spielen jetzt viel, viel besser als zu Beginn der Saison. Nun geht es endlich los!") auch weiterhin auf die Kraft der Fans: "Mit dieser Unterstützung und Energie in unserer Arena können wir gegen Real Madrid im Fußball gewinnen! Es ist nur wichtig, dass wir alle zusammenhalten."

Und dafür nimmt der Kieler Spielmacher sogar die akustischen Verständigungsprobleme auf dem Spielfeld sehr gerne in Kauf. "Wir haben sehr viele Spielzüge, aber nicht für all diese Spielzüge haben wir ein Zeichen. Also muss ich sie ansagen", erläutert Zarabec die Herausforderung. Doch die Lösung ist einfach: "Inzwischen können wir alle ganz gut Lippen lesen. Patrick hat zwar ein paar Mal komisch geguckt, was ich gesagt habe. Aber eigentlich wissen wir alle genau, was wir im Angriff spielen sollen. Ganz ehrlich: Unsere Spieler sind im Kopf so clever, dass es überhaupt kein Problem ist, auch ohne Worte auszukommen.“

(Von Sascha Klahn, aus dem Arena-Magazin "ZEBRA" zum Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Gummersbach am 29.03.2018)

 

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