Zebras in Torlaune: 44:13 beim Test in Büsum

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Mittwoch, 01.02.2017 // 20:09 Uhr

Büsum. Der THW Kiel kommt langsam wieder in Schwung. Der Handball-Rekordmeister präsentierte sich beim 125-Jahre-Jubilar TSV Büsum in Torlaune und ließ über 500 Zuschauer einen 44:13 (25:5)-Sieg bejubeln. Beste Torschützen des THW waren Nikola Bilyk und Niclas Ekberg (je 8/1). Eine gute Partie lieferten die "Zebras" auch nach den einseitigen 60 Minuten ab: Sie schrieben hunderte Autogramme.  

Stark besetzter THW Kiel

THW-Kreisläufer Patrick Wiencek war vom TSV Büsum ist nicht zu halten

Büsum war in Feierlaune, denn neben dem Vorbereitungscharakter war es der 125. Geburtstag des TSV, der die Zebras zum Nord-Landesligisten führte. Möglich wurde der Besuch des Rekordmeisters durch das Engagement von Provinzial-Agenturinhaber Sönke Hansen und Fußballtrainer Sascha Thiesen, die sich mit viel Einsatz um den Auftritt der "Zebras" bemüht hatten. Die rund 500 Zuschauer in der ausverkauften Halle bekamen dabei einen stark besetzten THW Kiel geboten: Von den acht WM-Teilnehmern brauchte lediglich Domagoj Duvnjak noch nicht wieder in den Backetopf zu greifen, der Kieler Kapitän muss sich noch von den Strapazen und den Blessuren einer langen Weltmeisterschaft erholen. Krankheitsbedingt passen mussten René Toft Hansen, Lukas Nilsson und Christian Dissinger, die mit Magen-Darm-Problemen zu Hause bleiben mussten.

Riesen-Stimmung

Schrieb fleißig Autogramme: National-Torhüter Andreas Wolff

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch, und den Fans aus Büsum machte auch die klare Angelegenheit auf dem Feld nichts aus. Der THW drehte in der ersten Halbzeit ordentlich an der Temposchraube. Vor allem Niclas Ekberg war für den Nord-Landesligisten viel zu schnell: Der Schwede, der seinen ersten THW-Einsatz nach der WM in Frankreich verzeichnete, war zusammen mit Nikola Bilyk erfolgreichster Werfer. Beide Spieler trafen jeweils achtmal, Ekberg erzielte alle Tore im ersten Spielabschnitt. Für die zweiten 30 Minuten hatten THW-Trainer Alfred Gislason vornehmlich mehr Positionsspiel eingefordert. Immer wieder wurden Übergänge an den Kreis gespielt, während die Zuschauer jedes Kunststück und jede gelungene Aktion der Gastgeber und der Schwarz-Weißen gleichermaßen feierten. Besonders eine Gruppe, ein Zusammenschluss aus Fußball- und Handball-Fans, sang und trommelte schon mehr als eine Stunde vor dem Spielbeginn nach Herzenslust und feierte lautstark das "Pokalfinale". 

Der Nord-Landesligist zeigte keine Scheu, und die "Zebras" sich einmal mehr als sympathische Gäste. "Das hat einen Riesenspaß gemacht", sagte Büsums Trainer Thomas Schmidt.

Tore THW Kiel: Landin, Wolff; S. Firnhaber 3, Lackovic 2, Williams 3, Sprenger 4, Zeitz 2, Dahmke 5, Bilyk 8/1, Santos, Brozovic 3, Vujin 3, Wiencek 3, Ekberg 8/1.

(Text und Fotos: Jörg Lühn)

KN: Tempohandball an der Waterkant

Wer friert ihnen bloß diesen Moment ein? Der TSV Büsum wird das Spiel gegen den Handball-Bundesligisten THW Kiel wohl nie vergessen.

Sympathisch, volksnah – quasi zum Anfassen präsentierten sich die Zebras noch lange nach dem 44:13 (25:5)-Sieg am Mittwoch, schrieben wie hier Christian Zeitz fleißig Autogramme. Mehr als 500 Zuschauer verfolgten das Spiel in der komplett gefüllten Mehrzweckhalle. Außerdem wurde auf der Facebook-Seite des Vereins die Partie in einem Livestream übertragen. Dort klickten sich noch einmal 650 Fans rein.

Von den acht Kieler WM-Fahrern fehlte Domagoj Duvnjak, René Toft Hansen, Lukas Nilsson und Christian Dissinger mussten krankheitsbedingt passen. Eine Woche vor dem Bundesliga-Kracher bei der SG Flensburg-Handewitt spielte der THW im ersten Abschnitt viel Tempohandball über Niclas Ekberg. Nach der Pause war mehrheitlich Positionsspiel über den Kreis angesagt.

(Von Jörg Lühn, aus den Kieler Nachrichten vom 02.02.2017)

 

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