KN: DHB zieht die EM 2024 an Land

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Donnerstag, 21.06.2018 // 14:00 Uhr

Glasgow. Das gab es noch nie: eine Handball-Europameisterschaft der Männer in Deutschland. 2024 ist es soweit. Der dreimalige Weltmeister ist vom 12. bis zum 28. Januar 2024 das erste Land, das alleiniger Ausrichter eines auf 24 Teams vergrößerten EM-Turnieres sein wird. Im Gegensatz dazu werden die beiden XXL-Endrunden zuvor von mehreren Ländern gemeinsam veranstaltet: 2020 von Norwegen, Schweden und Österreich, zwei Jahre später von Ungarn und der Slowakei.

Standortauswahl beginnt erst nach WM 2019

Der Deutsche Handballbund (DHB) triumphierte in Glasgow beim Kongress der Europäischen Handball-Föderation (EHF): Mit 27:19 Stimmen setzte sich der DHB im Kreis der 46 anwesenden Mitgliedsverbände gegen die gemeinsamen Bewerber Dänemark und Schweiz durch.

Präsident Andreas Michelmann absolvierte einen Luftsprung. „Die Freude ist riesig. Das war ein tolle Bewerbung“, sagte der DHB-Chef: "Deutschland ist ein Top-Ausrichter für die Euro 2024." Für den Abend kündigte er eine Party mit seiner 20-köpfigen Delegation an. "Wir haben Monate gearbeitet. Heute dürfen wir feiern."

Glückwünsche kamen auch von einem Kollegen Michelmanns: "Gut gemacht", twitterte Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der frühere Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson, jetzt Chefcoach in Japan, meldete sich ebenfalls zu Wort: "Glückwunsch Deutschland."

Die Deutschen hatten in Glasgow ein Bonbon parat: "Jeder findet eine Eintrittskarte für das Eröffnungsspiel in Düsseldorf unter seinem Sitz", sagte der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober bei der Präsentation. Schober konnte sich das leisten, denn die Partie wird im 50 000 Plätze bietenden Düsseldorfer Fußballstadion ausgetragen und hat mithin genug Platz für ausländische Delegationen.

Die Austragungsorte stehen noch nicht fest. Der DHB war mit München, Köln, Hamburg, Berlin, Mannheim und Hannover ins Rennen gegangen, dabei handele es sich aber lediglich um mögliche Spielorte, teilte der Verband mit. Die Hallen sollen jeweils eine Mindestkapazität von 10 000 Zuschauern haben. Somit ist auch die Kieler Sparkassen-Arena ein möglicher Schauplatz der EM-Spiele. Der DHB erklärte, der Auswahlprozess werde erst nach der gemeinsam mit Dänemark ausgerichteten WM 2019 beginnen.

"Ich bin unglaublich glücklich. Jetzt haben wird erst mal die WM 2019 vor uns, parallel beginnen die Vorbereitungen für 2024", sagte Schober. Neben den DHB-Spitzen gehörte der frühere Welthandballer Filip Jicha zum Team, das im Hilton Hotel die Bewerbung präsentierte. "Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, für Deutschland zu werben", sagte Jicha, der acht Jahre für den THW Kiel spielte und bei den Zebras ab Juli Co-Trainer unter Chefcoach Alfred Gislason ist.

(Von Frank Koitzsch und Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 21.06.2018, Foto: EHF)