WM 2019: DHB-Team lässt gegen Russland Punkt liegen

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Montag, 14.01.2019 // 19:33 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Heim-WM den vorzeitigen Hauptrunden-Einzug verpasst und einen ersten herben Euphorie-Dämpfer verkraften müssen: Am Ende musste der Gastgeber in ein 22:22 (12:10)-Unentschieden gegen Russland einwilligen. Ein Punktverlust, der unnötig war, denn die DHB-Auswahl ließ am Montagabend zuviele Chancen liegen und verspielte durch eigene Fehler einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Vorsprung. Bester Torschütze war Kapitän Uwe Gensheimer mit 8/4 Treffern.

Knappe Pausenführung

Kampf um jeden Zentimeter: Patrick Wiencek

Nach den beiden souveränen Auftakterfolgen gegen Korea und Brasilien kam die deutsche Mannschaft gegen Russland nur schwer in die Partie. Das bewegliche russische Angriffsspiel setzte den Deutschen genauso zu wie eine kompromisslos harte Abwehr, sodass die Anfangsminuten den Mannen in Rot gehörten. Sieben Minuten dauerte es, bis Steffen Weinhold, der eine starke Partie spielte und sich immer wieder aufrieb, die DHB-Auswahl erstmals in Führung bringen konnte. Dann lief es auf einmal: Wolff hielt, Gensheimer und später Hendrik Pekeler holten einen Zwei-Tore-Vorsprung in diesem leidenschaftlichen Kampf um jeden Zentimeter heraus. Allerdings war die Fehlerquote auf beiden Seiten hoch - folglich glich Russland zum 6:6, 8:8 (19.) und 10:10 aus. Kurz vor dem Wechsel schien sich das Blatt aber zu wenden: Der überragende Dibiriov, steter Unruheherd in Abwehr wie Angriff, warf einen Siebenmeter an den Pfosten, Groetzki und Pekeler trafen noch vor dem Wechsel zum 12:10 für die deutsche Mannschaft.

Russland behält im Thriller die Nerven

Musste viel einstecken: Steffen Weinhold

Diese kam stark verbessert aus der Kabine, zeigte nurn ihrerseits in der Defensive die für ein WM-Spiel nötige Aggressivität. Zudem riss Weinhold im Angriff das Spiel an sich, ackerte, schuf Lücken. Weinhold bediente Kohlbacher zum 14:11 (34.) und legte kurz darauf mit einem seiner unnachahmlichen Durchbrüche das 15:11 nach. Die DHB-Auswahl schien die Partie in den Griff zu bekommen, weil auch Gensheimer beim 16:12 (38.) cool blieb. Umso unverständlicher waren deshalb die folgenden Minuten, in denen Wolff sich zu großer Form aufschwang, den Deutschen aber im Angriff zu viele Fehler unterliefen. Nun kam mit einigen Pfostentreffern auch Pech hinzu, zudem entwickelte sich auch Torhüter Kireev zunehmend zum Schreckgespenst für die DHB-Werfer. Sieben Minuten blieb Deutschland ohne Torerfolg, auch Weinhold ließ gegen Kirieev eine freie Wurfchance liegen. So robbte sich Russland Tor um Tor heran, und die Schlussphase wurde zum Nervenspiel: Nach Gensheimers Siebenmeter-Heber zum 21:19 (58.) hatten die Gäste in diesem die Nase vorn, weil sich Drux vor dem 21:21 einen Pass direkt in die Arme von Zhitnikov leistete und die DHB-Abwehr nach Böhms 22:21 das 102-km/h-Geschoss von Kosorotov zum Ausgleich nicht verhindern konnte - ein Punktverlust, der ärgerlicher kaum hätte sein können.

Dienstag: Erstes "Endspiel"

Weiter geht's, DHB!

Bereits am Dienstagabend muss die deutsche Mannschaft wieder ran: Um 20:30 Uhr ertönt der Anpfiff für ein "Endspiel" bei der Heim-WM. Gegner ist mit Titelverteidiger Frankreich die überragende Mannschaft des Jahrzehnts. Das ZDF zeigt die Partie live. Gemeinsam der DHB-Auswahl die Daumen drücken können Handball-Fans in Kiel wieder beim kostenlosen Public Viewing im "Handballbahnhof": Um 20 Uhr startet im beheizten Hauptbahnhof das Programm, als Interviewgast wird Rechtsaußen Ole Rahmel vom THW Kiel beim "WM-Warm-up" vor der Liveübertragung auf der Großbildleinwand erwartet. Rahmel wird nach dem Interview Autogramme geben und für Selfies ebenfalls zur Verfügung stehen. Dienstag steht ein erster WM-Höhepunkt an: Auf geht's in den Handballbahnhof, Kiel!

Statistik, WM 2019, 3. Vorrunden-Spieltag: Russland - Deutschland: 22:22 (12:10)

Russland: Grams, Krieev (11 Paraden); Kisilev (2), Shishkarev (4), Kovalev, Evdokimov, Shurinskiy (1), Dereven, Gorpishin (1), Kalarash (1), Ostashchenko, Dibirov (8/3), Komogorov, Zhitnikov (2), Fokin, Kosorotov (3)

Deutschland: Heinevetter (2 SIebenmeter, keine Parade), Wolff (11 Paraden); Gensheimer (8/4), Lemke (n.e.), Wiencek, Wiede, Pekeler (2), Weinhold (3), Strobel (1), Fäth (1), Groetzki (2), Semper (n.e.), Musche (n.e.), Böhm (2), Kohlbacher (1), Drux (2)

Schiedsrichter: Kurtagic / Wetterwik (SWE)
Siebenmeter: Russland: 4/3 (Dibirov an den Pfosten) Deutschland: 4/4
Zeitstrafen: Russland: 5 (Shishkarev, Evdokimov, 2x Zhitnikov, Komogorov) Deutschland: 3 (Groetzki, Drux, Wiencek)
Zuschauer: 13.500 (ausverkauft) (Mercedes-Benz-Arena, Berlin)