THW Kiel gewinnt Hitzeschlacht beim VfL Lübeck-Schwartau deutlich

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Mittwoch, 24.07.2019 // 19:40 Uhr

32 Grad Außentemperatur, eine restlos ausverkaufte Hansehalle und zwei Mannschaften, die der Hitze trotzten und sich in Spiellaune präsentierten: Der THW Kiel hat auch das zweite Testspiel der Saisonvorbereitung gewonnen. Beim leztjährigen Zweitliga-Fünften VfL Lübeck-Schwartau siegten die "Zebras" am Mittwochabend mit 30:17 (12:10) und überzeugten vor allem im zweiten Durchgang mit einer starken Defensive.. Bester Torschütze war Hendrik Pekeler mit 5 Treffern. 

Wiedersehen mit Piotr Przybecki

Ein Kieler in Schwartau: Piotr Przybecki

Das Interesse an der Partie, das durch der langjährige THW-Partner Provinzial auf den Weg gebracht hatte, war riesig. Schon Tage vor dem Auftritt der "Zebras" gab es keine Tickets mehr für die Hansehalle. Ausverkauftes Haus - auch, weil Lübeck gespannt auf das erste Heimspiel unter dem neuen Trainer Piotr Przybecki wartete. Das ehemalige "Zebra" - von 2001 bis 2004 spielte der Halblinke im schwarz-weißen Trikot und gewann die Meisterschaft und zweimal den EHF-Cup - hat beim VfL Lübeck-Schwartau die Nachfolge des Altenholzers Torge Greve übernommen, der noch vor dem Saisonende nach Gummersbach gewechselt war. Das Wiedersehen mit den "Zebras" fiel zwar herzlich aus, aber dennoch wollten die Gastgeber von Beginn an ihre Ambitionen unter Beweis stellen. Die Kieler, die am morgen noch eine intensive Lauf-Einheit absolvierten, traten erneut ohne den angeschlagenen Kapitän Domagoj Duvnjak (Wade) und auch noch ohne den Rekonvaleszenten Gisli Thorgeir Kristjansson in Lübeck an. 

Schreck nach 34 Sekunden

Doppelschlag zum Ausgleich: Rune Dahmke

In "Lübecks größter Sauna", wie der Hallensprecher in der Pause atemlos feststellte, startete das Match mit einer wahren Schrecksekunde für alle Kieler Fans unter den 2179 Zuschauern: Lukas Nilsson kam nach einem leichten Stoß unglücklich auf, knickte um und hielt sich den linken Fuß, der fortan unter einem dicken Eisverband verschwand. Am Donnerstag wird Nilsson eingehend untersucht. Die verbliebenen Zebras hatten indes Probleme mit der extrem bissigen Abwehr das ambitionierten Zweitligisten. Dieser ging beim 4:2 erstmals mit zwei Toren in Führung, die Rune Dahmke mit einem schnellen Doppelpack nach spektakulären Landin-Paraden ausglich. Der Kieler Weltmeister bekam verdienten Szenenapplaus - vor allem, als ihm gleich drei Paraden in Folge gelangen.

Knappe Pausenführung

Starkes Gespann: Landin (10) und Quenstedt (7 Paraden)

So langsam kehrte auch die Spielfreude im Zebra-Angriff zurück: Zarabec bediente Pekeler mit einem tollen No-Look-Pass, kurz darauf spiele Bilyk Magnus Landin klasse frei - trotzdem stand es nach 24. Minuten "nur" 8:8. Dann brauchten die Schwarz-Weißen nur zwei Minuten, um mit einem 4:0-Lauf auf 11:9 davon zu ziehen. Ekberg erzielte das 9:8 nach einem Landin-Steal, Bilyk traf nach Horak-Tipp-Out und kurz darauf noch einmal mit Schwung. Und als Horak nach 29 Minuten sein erstes Tor im schwarz-weißen Dress erzielte, huschte kurz ein Lächeln über die Lippen des Tschechen. Mit einer knappen 12:10-Führung wurden die Seiten gewechselt. 

Bewegliche Kieler Beton-Abwehr

Beton-Abwehr mit Patrick Wiencek auf Halb

Den zweiten Durchgang begannen die Gastgeber mit dem Anschluss durch Bruhn zum 11:12. Dann aber wurde die bisweilen harte Gangart der VfL-Abwehr doppelt geahndet: Den Platz auf dem Feld nutzten die Kieler durch Landin und Pekeler zum 14:11, trieben dann die Lübecker mit einer Defensive auf schnellen Beinen ins Zeitspiel, was Pekeler mit dem 15:11 veredelte. Wenige Sekunden später dann schloss Landin einen klasse Angriff über Reinkind und Zarabec zum 16:11 ab - fortan rührten Pekeler und Horak im Mittelblock sowie Wiencek und Reinkind auf den Halbpositionen defensiv Beton an. 434 extrem bewegliche Kilogramm stellten sich den Lübecker Angreifern in den Weg - und der VfL machte Fehler. Die Folge waren also Ballgewinne in Reihe - und so zogen die Zebras bis zum Schlusspfiff Tor um Tor davon. Mit Schneller Mitte und Traumkombinationen sorgten sie zudem für Raunen auf den Rängen - eine in der zweiten Hälfte starke Kieler Vorstellung bedachten die Fans mit viel Applaus.

Freitag: "Danke, Alfred!"

Einer der Star-Gäste bei Alfred Gislasons Abschied: Stefan Kretzschmar

Für die "Zebras" gilt es zunächst einmal, ihren langjährigen Erfolgstrainer Alfred Gislason zu verabschieden: Beim großen Abschiedsevent für den Isländer in der Sparkassen-Arena messen sich Niklas Landin, Patrick Wiencek & Co. mit "Alfreds THW-Allstars", bei denen unter anderem Kreisläufer-Legende Marcus Ahlm, Linksaußen Dominik Klein, Barcelonas Mittelmann Aron Palmarsson oder Welthandballer Daniel Narcisse mitwirken werden (alle Infos zum Ablauf gibt es in diesem Bericht). Noch gibt es für "Danke, Alfred" am Freitag, 26. Juli, einige Karten: Tickets ab 10 Euro kaufen kann man online im THW-Ticketshop, an allen bekannten Vorverkaufsstellen - in Kiel zum Beispiel in der THW-FANWELT im Ziegelteich 30, im CITTI-Park, im Ticketcenter der Arena oder in den famila-Märkten mit Ticketshop - und an der Telefon-Hotline 01806 / 300 234 (gebührenpflichtig: 0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz). Die Telefon-Hotline ist montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr, samstags von 8 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 20 Uhr erreichbar. Der Abschied eines großen Kielers naht: Auf geht's in die Arena, Kiel!

Testspiel, 24.07.2019: VfL Lübeck-Schwartau - THW Kiel: 17:30 (10:12)

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz (4 Paraden), Klockmann (5/1 Paraden); Glabisch (4/2), Gonschor, Raguse (3), Hansen, Ranke (1), Waschul, Köhler (1), Schrader (1), Kretchmer (2), Claasen, Runarsson (1), Möller (2), Bruhn (2); Trainer: Przybecki
THW Kiel: N. Landin (1.-30., 10 Paraden), Quenstedt (31.-60., 7/1 Paraden); Reinkind (3), M. Landin (4), Weinhold (2), Wiencek (2), Ekberg (2), Rahmel (4/1), Dahmke (2), Zarabec (1), Horak (1), Bilyk (4), Pekeler (5), Nilsson; Trainer: Jicha

Siebenmeter: VfL:  3/2 (Quenstedt hält Glabisch) / THW: 2/1 (Klockmann hält Ekberg)
Zeitstrafen: VfL: 3 (2x Bruhn (32., 37.), Gonschor (32.)) / THW: 2 (Reinkind (45.), Wiencek (52.)) 
Zuschauer: 2176 (ausverkauft) (Hansehalle, Lübeck)