"Ich bleibe, um zu helfen"

THW Kiel in den Medien
Donnerstag, 12.09.2019 // 09:29 Uhr

Kiel. Der Käpt’n bleibt an Bord. Bereits am Dienstagabend hatte der THW Kiel die Fans auf seinen Social-Media-Kanälen auf eine Fährte geführt. Ein zerzaustes Bett, ein Laptop, ein Zebra-Trikot mit der Nummer vier waren in einem kurzen Video zu sehen. Seit Wochen hatte die Fans die Frage umgetrieben: Was wird eigentlich aus Spielmacher Domagoj Duvnjak, wenn im Sommer 2020 Superstar Sander Sagosen an die Förde wechselt? Seit Mittwoch ist das Rätsel nun gelöst: Sagosen kommt, Duvnjak bleibt bei dem für ihn "besten Verein der Welt", für den er seit 2014 spielt und in bisher 231 Einsätzen 809 Treffer für die Kieler erzielte.

Domagoj Duvnjak verlängert seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2022

Der kroatische Ausnahme-Spielmacher hat seinen Vertrag beim Handball-Rekordmeister um zwei weitere Jahre bis Sommer 2022 verlängert. "Ich bin überglücklich, das THW-Trikot zwei weitere Jahre tragen zu dürfen", sagte der 31-Jährige am Mittwoch.

Seit 2014 lebt Duvnjak mit seiner Ehefrau, Jugendliebe Lucija, in Kiel. "Wir fühlen uns rundum wohl in Kiel, wollten unbedingt bleiben, ich vermisse nichts. Wir lieben Kiel!", sagt der Welthandballer von 2013.

Lange überreden mussten ihne die Zebra-Verantwortlichen nicht. "Die Mannschaft ist überragend, der Trainer jung, ich sehe eine schöne Zukunft für den THW. Ich bleibe, um zu helfen. Und mir macht es sehr viel Spaß, zu Hause mit 10 000 Zuschauern im Rücken für diesen tollen Verein zu spielen."

Lange hatte der 1,98 Meter große Regisseur in den vergangenen Jahren mit Verletzungen zu kämpfen, musste sich einer Operation an der Patellasehne unterziehen, blühte dann in der Vorsaison, in der der THW im EHF-Cup spielte und eine geringere Belastung hatte, so richtig auf. "Die letzte Saison tat ihm gut. Wenn er den Raum hat, an sich zu arbeiten, wird er Weltklasse bleiben", weiß auch THW-Cheftrainer Filip Jicha, für den "Dule" "im Angriff und in der Abwehr einer der besten Spieler der Welt" ist. Jicha freue sich nicht nur als Trainer, sondern "auch als Freund" über das Ende der Vertragsverhandlungen und Duvnjaks Entscheidung, bis (mindestens) 2022 an der Förde zu bleiben: "Solche Charaktere willst du in der Mannschaft haben. Duvnjak ist einfach ein Ausnahmeathlet."

Auch THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi sieht in der Vertragsverlängerung seines Kapitäns ein starkes Signal: "Dule ist auf und neben dem Platz eine absolute Führungspersönlichkeit, einer, der als Kapitän immer vorangeht. Es ist schön, dass er aus voller Überzeugung bereit ist, trotz der hohen Belastung und Intensität beim THW Kiel unseren eingeschlagenen Weg mitzugehen." Ein Weg, auf den sich Duvnjak freut, insbesondere auch im Zusammenwirken mit jungen Spielern wie Sander Sagosen, Lukas Nilsson oder Nikola Bilyk im Kieler Rückraum.

Bis zu 65 Spiele werden die Zebras in der aktuellen Saison absolvieren müssen. Da sei es dem kroatischen Olympia-Silbermedaillengewinner von 2012 und Vize-Weltmeister von 2009 "egal, ob ich zwei oder 60 Minuten spiele". Als Grandseigneur, der explizit die jüngeren Akteure an die Hand nehmen soll, sieht sich Duvnjak indes nicht: "Wir haben einen so guten Kader. Und auch die Jungen wissen genau, worum es geht. Die letzte Saison war schon überragend. Wenn alle gesund bleiben, bin ich sehr optimistisch." Apropos Gesundheit: Das Wort fällt als erstes, wenn der sympathische Handball-Superstar nach seinen Zielen mit dem THW Kiel gefragt wird: "Gesund bleiben." Dann kommt ganz schnell aber doch der Profi in ihm durch: "In meinem ersten Jahr sind wir hier Meister geworden. Dieses Gefühl will ich unbedingt wieder haben."

 (Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 12.09.2019, Foto: Sascha Klahn