Floßbau und Ruder-Wettkampf: das etwas andere Training

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Freitag, 21.08.2020 // 07:50 Uhr

Nach Wochen harten Trainings mit zum Teil drei Einheiten pro Tag durften die Handballer des THW Kiel am Mittwochnachmittag eine entspannende Überraschung erleben: Statt Laufkilometer oder Krafftraining luden Filip Jicha, Christian Sprenger und Athletik-Trainer Hinrich Brockmann zum Floßbau, anschließendem Wettrudern auf dem Kellersee und einem gemeinsamen Essen. 

Vier Stunden Trainingszeit sorgten für Respekt

Die richtige Knotentechnik war der einzige Hinweis, den die Kieler Handballer bekamen

Die Überraschung bei den Zebras war groß: Nach zwei harten Trainingseinheiten am Mittwoch hatte Athletikcoach Hinrich Brockmann die Mannschaft des THW Kiel am Nachmittag in seine Heimat nach Bad Malente-Grevesmühlen gebeten. Den Grund hierfür hatte die Kieler Trainerriege bewusst nebulös gehalten - und so rechneten die Handballer um Kapitän Domagoj Duvnjak mit einer weiteren, schweißtreibenden Angelegenheit. "Wir wussten bis zur letzten Sekunde nicht, was uns erwartet", berichtet der Kieler Kapitän. "Wir hatten alle nur großen Respekt, weil auf dem Plan vier Stunden Training eingetragen waren." 

Aufgabe: ein schwimmfähiges Floß bauen

Schnell kamen die Zebras der richtigen Bautechnik auf die Spur

Die Idee zum sportlich-entspannten Nachmittag hatte Hinrich Brockmann mit seinem Bekannten Andreas Köster aus Bosau. Köster und Frau Ines organisieren seit vielen Jahren mit ihrer Agentur Likedeeler Betriebsausflüge und Outdoor-Trainings. Die Aufgabe für die Zebras: Aus Tonnen, Spanngurten, Seilen, Holzstangen und -bohlen ein schwimmfähiges Floß bauen - ohne Hilfe der fachkundigen Likedeeler-Trainer. 

"Alt" gegen "Jung"

Team Jung hatte beim Floßbau nur knapp das Nachsehen

Aber natürlich mit Wettkampf-Charakter: Team "Alt" gegen Team "Jung". Es wurden Baupläne geschmiedet, diskutiert, getestet, wieder verworfen, geändert und schließlich umgesetzt. Hand in Hand. "Die Spieler haben sich sehr geschickt angestellt, gemeinsam gearbeitet, die Probleme erkannt und gleich die Ideallösung gefunden", lobte Andreas Köster beide Teams nach vollendeter Arbeit. Dabei hatte Team "Alt" immer einen hauchdünnen Vorsprung, ließ das Floß zuerst zu Wasser. Und trotzdem war auch Team "Jung" nicht unzufrieden: "Im Vergleich mit zum Beispiel Patrick Wiencek, Pavel Horak und Hendrik Pekeler sind wir handwerklich vielleicht ein bisschen unbedarft", bemerkte Rechtsaußen Sven Ehrig mit einem Augenzwinkern. "Unserem Floß konnte man das aber nicht ansehen." 

Kräfteverhältnisse schnell geklärt

Trotz guter Absprachen hatte Team Jung auf dem Wasser keine Chance gegen die Erfahrenen

Auf dem See waren die Kräfteverhältnisse dann ebenfalls schnell geklärt: Obwohl beide Teams die Schlagzahl vorgaben, setzte sich nach einem kurzen Gerangel am Start Team "Alt" zügig ab, umrundete die Bojen souverän und lief mit einigen Metern Vorsprung ein. "Insgesamt hat das einen Riesenspaß gemacht, war auf dem Wasser aber auch richtig anstrengend", freute sich Duvnjak nicht nur über den Sieg der Erfahrenen. "Es war etwas ganz anderes als Training, und trotzdem haben wir gemeinsam etwas auf die Beine gestellt. Überragend!" Miha Zarabec ergänzte: "Wir haben gut zusammengearbeitet und als Mannschaft funktioniert. Das war nach den vergangenen Wochen, in denen wir jeden Tag sehr hart trainiert haben, eine tolle Abwechslung." Kurz und knapp fiel das Fazit von Trainer Filip Jicha aus: "Das hatten sich die Jungs wirklich verdient."