Qualifikation: Deutsche Handballer fahren zu den Olympischen Spielen!

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Sonntag, 14.03.2021 // 16:29 Uhr

Die deutschen Handballer fahren zu den Olympischen Spielen 2021! Im abschließenden Spiel des Qualifikationsturniers in Berlin besiegte die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason die Auswahl Algeriens mit 36:34 (17:14). Damit buchte die DHB-Auswahl nach dem Auftakt-Unentschieden gegen Schweden und dem Kantersieg gegen den EM-Vierten Slowenien das Ticket Tokio. Im dritten Spiel innerhalb von drei Tagen taten sich die deutschen Handballer in der ersten Hälfte schwer gegen die zuvor bereits ausgeschiedenen Nordafrikaner, die dann nach dem Wechsel aber nichts mehr hinzuzusetzen hatten. So ließ die DHB-Auswahl im zweiten Durchgang keinen Zweifel mehr an der Olympia-Teilnahme aufkommen.

Drei-Tore-Führung zur Pause

Gegen die Nordafrikaner setzte Alfred Gislason am Kreis auf Patrick Wiencek, der am Tag zuvor pausiert hatte. Die Marschroute war bereits in den ersten Minuten klar: Während Algerien in der Defensive hart spielte, versuchte die DHB-Auswahl mit Tempo zu schnellen Toren zu kommen. Doch die Nordafrikaner hielten dagegen, spielten ohne äußeren Druck gefällig auch nach vorn. Nach dem 5:5 konte sich die DHB-Auswahl durch einen Golla-Doppelpack und Häfners Gegenstoß nach einer Wolff-Parade beim 8:5 erstmals deutlich absetzen. Doch die deutschen ließen klarste Chancen liegen: So hielt Algeriens Torhüter Benmenni einen Konter von Groetzki fest, und selbst in doppelter Unterzahl gelang es den Algeriern, zu verkürzen. So blieb es auch nach der roten Karte gegen Abderahim beim Vier-Tore-Vorsprung der deutschen Mannschaft, wie bei Wienceks 15:11, der bis zur Pause sogar noch auf drei schrumpfte: Mit 17:14 wurden die Seiten gewechselt.

Kieler Block erzwingt die Vorentscheidung

In der Abwehr gingen die Algerier robust zu Werke

Nach dem Wechsel wollte die deutsche Mannschaft schnell für klare Verhältnisse sorgen, dafür schickte Gislason für die zuvor recht löchrige Abwehr unter anderem den Kieler Block aufs Feld: Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold sorgten für Stabilität - und Gefahr im Angriff: Wiencek netzte zum 20:16 ein, Pekeler traf direkt nach seiner Einwechslung im Gegenstoß zum 21:16, ehe Kühn auf 22:16 erhöhte. Noch einmal wackelte die DHB-Auswahl, als Heinevetter gleich zweimal in höchster Not das 23:20 verhinderte - dafür traf vorne Weinhold mit einem Doppelschlag. Die Ballgewinne in der Defensive nahmen zu - Deutschland zog wieder auf ein beruhigendes 25:19 weg. Zwanzig Minuten vor dem Ende war das die Vorentscheidung. 

Auf geht's nach Japan!

Gegen die nie aufsteckenden Algerier hielt die deutsche Mannschaft den Vorsprung in der Folge konstant bei mindestens fünf Treffern - beruhigend. In der Schlussphase wurde es dann doch noch deutlich. Und so durfte nach anstrengenden, kraftraubenden drei Spielen in drei Tagen ausgelassen gejubelt werden: "Algerien hat es uns heute nicht leicht gemacht, in den letzten zehn Minuten konnten wir uns dann angesichts der Führung innerlich drauf einstellen, dass wir nach Japan fahren. Wir freuen uns, dass wir dabei sein dürfen, über die Zielsetzung sprechen wir dann später", sagte Hendrik Pekeler direkt nach dem Abpfiff. Alfred Gislason freute sich über das Tokio-Ticket: "Wir haben uns erst Mitte der zweiten Halbzeit richtig absetzen können, jetzt sind wir aber alle glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben." Deutschland fährt zu den Olympischen Spielen in Japan!

Statistik, Olympia-Quali, 3. Spieltag: Algerien - Deutschland 26:34 (14:17)

Algerien: Benmenni (10/1 Paraden), Zemouchi, Ghedbane; Naim 9, Berkous, Hadidi 1, Chehbour 1, Bahna, Saker 1, Ensaad, Boudjenah 1, Abderahim 1, Bendjilali 3, Bellahcene 2, Bahdi 4/3, Ayoub 4; Trainer: Labane
Deutschland: Wolff (4/2 Paraden), Heinevetter (11 Paraden); Gensheimer 5/2, Golla 4, Wiencek 4, Wiede 2, Heymann 1, Pekeler 1, Knorr, Weinhold 2, Weber 2, Groetzki 2, Häfner 2, Schiller 1/1, Kühn 8, Kastening; Trainer: Gislason

Schiedsrichter: Hansen / Madsen (DEN)
Siebenmeter: Algerien: 5/3 (Wolf hält 2x) / Deutschland: 4/3 (Gensheimer vergibt)
Zeitstrafen: Algerien: 5 (Hadidi, Ensaad, Boudjenah, Abderahim, Badi) / Deutschland: 1 (Kühn)
Rote Karte: Abderahim (grobes Foulspiel)
Zuschauer: keine (Max-Schmeling-Halle, Berlin)