Die nächste Top-Partie: THW empfängt Hannover-Burgdorf

Bundesliga
Dienstag, 05.09.2017 // 12:24 Uhr

Die dramatische wie packende Partie gegen den SC Magdeburg ist abgehakt, der Fokus der "Zebras" ist längst auf das nächste Spitzenspiel gerichtet: Am Donnerstag empfängt der THW Kiel als Tabellenführer der DKB Handball-Bundesliga den bisher ebenfalls noch ungeschlagenen Zweiten TSV Hannover-Burgdorf. "Das wird ein sehr schweres Spiel", ist THW-Torhüter Andreas Wolff überzeugt. "Die Hannoveraner haben gegen Flensburg und Wetzlar gezeigt, was sie drauf haben!" Anpfiff in der Sparkassen-Arena ist um 19 Uhr, für dieses Spiel gibt es noch Sitz- und Stehplatztickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

Spanisches Trainer-Duo bringt Erfolg

International erfahrener Coach: Carlos Ortega

Das zweite Heimspiel des Rekordmeisters binnen vier Tagen verspricht erneut eine hochspannende und emotionale Partie zu werden. Denn die Recken werden mit breiter Brust an der Förde erwartet. Die Mannschaft um den bisher überragenden Nationalspieler Kai Häfner pustete nach langer Zeit gewaltig durch und feierte mit ihren Fans: Ausgerechnet gegen die SG Flensburg-Handewitt gelang der TSV Hannover-Burgdorf der erste Sieg im Kalenderjahr 2017. "Es ist schön, zu Hause und überhaupt mal wieder zu gewinnen", erklärte Häfner nach dem Husarenstück gegen die SG, die bei der 29:32-Niederlage an der Leine weitaus chancenloser war, als es das Endergebnis letztlich aussagte. Zwischenzeitlich hatten die "Recken" mit neun Toren geführt - und so die 16 Spiele dauernde TSV-Negativ-Serie ohne Sieg vergessen gemacht. Es scheint, als habe der spanische Trainer Carlos Ortega, als Spieler allein sechsmal Sieger der Champions League und als Trainer des ungarischen Topclubs MKB Veszprem je dreimal Meister und Pokalsieger, neben seinem Landsmann Iker Romero als Co-Trainer auch den Erfolg mit nach Hannover gebracht zu haben.

Ilija Brozovic als bester Torschütze

Ehemaliges Zebra: Ilija Brozovic im Trikot der "Recken"

Denn auch die zweite Partie der Spielzeit gewannen die Niedersachsen: Gegen die HSG Wetzlar legte die TSV einen ähnlichen Schlussspurt wie der THW gegen Magdeburg hin und gewann am Ende mit 30:27 (14:15). "Wir haben immer an den Sieg geglaubt", stellte Ortega nach der Partie fest, "und wir habendie Möglichkeiten, die Wetzlar uns in der Endphase angeboten hat, sehr gut ausgenutzt." Einer tat sich dabei besonders hervor: Ilija Brozovic. Der Kreisläufer, bis zum Ende der vergangenen Saison noch ein Zebra, erzielte gegen die Hessen sieben Tore und hatte großen Anteil an dem zweiten Saison-Erfolg, der die "Recken" auf Platz zwei der Tabelle - und damit direkt hinter den THW Kiel - hatte vorrücken lassen. Neuzugang Nummer zwei feierte nach wochenlanger Verletzungspause sein Debüt im Trikot der Grün-Weißen: Mittelmann Pavel Atman kam vom weißrussischen Champions-League-Teilnehmer HC Meshkov Brest in die niedersächsische Landeshauptstadt. Um die Dienste des russischen Nationalspielers hatten zahlreiche internationale Clubs gebuhlt - am Ende entschied er sich für Hannover. "Ich kann es kaum erwarten, mich mit den Topstars der stärksten Liga der Welt zu messen", hatte der 30-Jährige bestimmt auch Spiele gegen den THW Kiel bei seiner Entscheidung im Blick.

Wolff: "Richtig klasse Mannschaft"

Neuzugang aus Gummersbach: Evgeni Pevnov

Prominenter Neuzugang Nummer drei, Kreisläufer Evgeni Pevnov, kam vom VfL Gummersbach und machte gegen Flensburg ein ganz starkes Spiel. Mit ihm, Atman und Brozovic sind die Leinestädter nach dem Abgang von Joakim Hykkerud (zu Drammen HK in Norwegen) und Erik Schmidt (nach Berlin) variabler und breiter aufgestellt als in der Vorsaison. Denn zum Beispiel mit den beiden Olympiasiegern Casper U . Mortensen und Morten Olsen, der momentan an einer Oberschenkel-Verletzung laboriert und dessen Einsatz am Donnerstag auf der Kippe stehen soll, dem torgefährlichen Mittelmann Mait Patrail, dem isländischen Rückraum-Ass Runar Karason, Nationalspieler Fabian Böhm und Sven-Sören Christophersen sowie dem Torhüter-Gespann aus Martin Ziemer und Malte Semisch haben die Hannoveraner weitere starke Akteure in ihren Reihen. "Das ist eine klasse Mannschaft, die sich schnell gefunden hat", sagt Wolff. "Wir müssen am Donnerstag 60 Minuten lang richtig gut spielen, um die beiden Punkte zu holen. Zum Glück können wir dabei auf unsere Fans bauen, die uns gegen Magdeburg richtig geholfen haben."

Ortega ist selbstbewusst

Kam aus Brest: der russische Regisseur Pavel Atman

Diese unter den besten zehn Teams der Liga zu etablieren, ist vorrangig das Ziel von Carlos Ortega. Der international erfahrene Coach weiß um das Selbstbewusstsein seiner Mannschaft nach den ersten beiden Saison-Erfolgen: "Mein Team kann mit viel Kampfgeist und der richtigen Einstellung jeden Gegner schlagen." Das hat seine Mannschaft in den ersten beiden Saisonspielen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. "Die DKB Handball-Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt, und es ist eine große Herausforderung, hier als Trainer zu arbeiten", freut sich Ortega auf die kommenden Aufgaben. "Hannover hat eine sehr interessante Mannschaft und ist ein Club, der noch großes Wachstumspotential besitzt", ist sich der Spanier sicher. Ortega blickt der Partie am Donnerstag mit Spannung und Vorfreude entgegen: "Als Spieler des FC Barcelona und auch als ehemaliger Veszprem-Trainer habe ich die besondere Atmosphäre in Kiel bereits kennengelernt."

Noch Tickets erhältlich

Das Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga, das aufgrund eines klassischen Konzertes in der Sparkassen-Arena am ersten Spieltag verlegt worden war, wird am Donnerstag um 19 Uhr angepfiffen. Sky zeigt die Partie in voller Länger live auf dem Kanal "Sky Sport 2", zeitnahe Informationen liefert der Ticker auf der THW-Homepage. Nach der Partie gibt es Zusammenfassungen beim Free-TV-Sender "Sky Sport News HD" zu sehen. Live zur außergewöhnlichen Stimmung in der Arena beitragen können THW-Fans auch noch: An allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, bei CITTI, in den famila-Märkten, telefonisch unter der Hotline 01806 30 02 34 (0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem deutschen Mobilfunknetz) gibt es noch Steh- und Sitzplatzkarten für das Spiel (auch im Online-Shop mit Print@Home zum Selbstausdrucken). Das Ticketcenter hat am Donnerstag durchgehend bis zum Anpfiff geöffnet. Angeboten werden dort auch Karten für die weiteren Heimspiele des THW gegen den DHfK Leipzig und Frisch-Auf Göppingen sowie für die Champions-League-Partien gegen Paris Saint-Germain, Aalborg Handbold und die SG Flensburg-Handewitt.

Spitzen-Duo pfeift Spitzen-Spiel

Den Stellenwert als Spitzenspiel unterstreicht auch die Schiedsrichter-Ansetzung: Mit Lars Geipel und Markus Helbig schickt die Liga das zum besten Gespann der vergangenen Saison gewählte Duo an die Förde. Sie werden die 17. Bundesliga-Begegnung beider Mannschaften, 15 davon gewann der THW bei einem Unentschieden (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv), um 19 Uhr anpfeifen. Im vergangenen Jahr waren beide Begegnungen ein echtes Ringen: Sowohl das Heimspiel als auch die Auswärtspartie in Niedersachsen gewannen die Kieler damals nach dramatischen Spielverläufen knapp mit 27:26.

Miha Zarabec in der Fan-Arena

Miha Zarabec steht vor seinem zweiten THW-Heimspiel

Fehlen werden den Kielern am Donnerstag einmal mehr die Langzeit-Verletzten Raul Santos, Domagoj Duvnjak und Rene Toft Hansen. "Am Sonntag war ich richtig nervös, es ist nicht einfach, vor 10.000 Zuschauern zu spielen", sagt Miha Zarabec. Der slowenische Regisseur der "Zebraherde" wird nach der Partie gegen Hannover zum Interview in der Fan-Arena erwartet. "Das ist super. Sonntag standen die Fans richtig hinter uns, mit ihnen im Rücken haben wir immer daran geglaubt, dieses schwierige Spiel doch noch zu gewinnen. Diese unglaubliche Atmosphäre brauchen wir auch am Donnerstag - und wir müssen viel besser spielen als gegen Magdeburg!" Auf geht's, Kiel! 

 

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