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Bundesliga
Donnerstag, 20.09.2018 // 10:48 Uhr

Kiel. Während die Konkurrenz des THW Kiel in Handball-Bundesliga und Champions League weiter gefordert ist, machen die Zebras zehn Tage Pause. Der Grund: Ursprünglich sollten sie in dieser Woche gegen die Rhein-Neckar Löwen spielen. Doch das hätte für die Löwen eine Termin-Kollision wie im Vorjahr bedeutet.

Zehntägige Pause bei den Zebras

265,5 Stunden liegen zwischen dem Ende der THW-Partie gegen die SG BBM Bietigheim am vergangenen Sonntag und dem Anpfiff des nächsten Spiels gegen die MT Melsungen am Donnerstag, 27. September. Eine ungewöhnlich lange Pause im Handball-Rhythmus, der üblicherweise einen Drei- oder Vier-Tages-Takt bedeutet.

Der Hintergrund: Am sechsten Spieltag, den die anderen Klubs am Donnerstag oder Sonntag austragen, sollte der THW ursprünglich in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen antreten. Weil deren Heimspielstätte, die SAP-Arena, nur am Sonntag zur Verfügung stand, wäre dies der Termin der Wahl gewesen - hätte nicht die EHF für den Sonnabend die Champions-League-Begegnung der Löwen in Kielce angesetzt. Eine Konstellation, die Erinnerungen an die vergangene Saison hervorruft. Damals sollten die Löwen am selben Tag im Champions-League-Achtelfinale in Kielce und in der Liga in Kiel antreten. Sie lösten das Problem, indem sie die Königsklasse abschenkten und ihre zweite Mannschaft nach Polen schickten, die dort wie erwartet chancenlos war. "So eine Situation galt es diesmal zu verhindern", sagt Andreas Wäschenbach, der bei der HBL für den Liga-Spielplan verantwortlich ist.

Also wurde die Bundesliga-Begegnung des THW mit den Löwen auf den 13. Oktober verlegt. Ein durchaus üblicher Vorgang, der für den THW nun statt zu einer Terminhatz zu einer längeren Pause führte. In ihren internationalen Wettbewerb, den EHF-Cup, starten die Zebras nämlich erst im November.

Mehr Freizeit bedeutet das für die Spieler aber nicht. "Wir trainieren ganz normal weiter", sagt Trainer Alfred Gislason, der nach einer Auslauf-Runde am Montag am Dienstag ganz auf Krafttraining setzte, bevor Mittwoch und am heutigen Donnerstag spielerische Elemente im Fokus stehen. Erst dann bekommen die Spieler ein Wochenende frei.

"Für den Rhythmus der Mannschaft wäre es glaube ich gut, wenn wir nicht so lange bis zum nächsten Spiel warten müssten", sagt Torwart Niklas Landin. "Aber für meinen Fuß ist die Pause natürlich gut." Der Däne laboriert, seit er im Derby gegen Flensburg umknickte, an einem Bänderriss. Ein Band im Sprunggelenk ist ganz durch-, ein weiteres angerissen. Vom Spielen halte ihn das aber nicht ab. "Mit Tape geht alles", sagt er.

Auch sein Torhüter-Kollege Andreas Wolff war mit einer Einblutung unter der Netzhaut zuletzt angeschlagen. Sie ist die Folge eines Wurfs, der im Training auf seinem Auge landete. In Magdeburg trug er deshalb zeitweise eine Schutzbrille. "Bekomme ich noch einmal einen Ball darauf, bevor es verheilt ist, besteht die Gefahr bleibender Schäden", sagt er.

Rückraum-Spieler Domagoj Duvnjak ist sich deshalb sicher: "Wir brauchen diese Pause." Er gehört zu den Spielern, die seit rund einer Woche von einem grippalen Infekt geschwächt sind. Neben Duvnjak hatte es auch Steffen Weinhold, Ole Rahmel, Lukas Nilsson und Niklas Landin erwischt. Christian Dissinger und Marko Vujin fielen für das Bietigheim-Spiel sogar ganz aus. "Wir nutzen die Zeit jetzt, um ein paar Leute wieder fit zu bekommen", sagt Gislason.

(Von Merle Schaack, aus den Kieler Nachrichten vom 20.09.2018, Foto: Archiv/THW Kiel)